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Deutschland geht es besser

Deutschland ,Berlin, Brandenburger Tor
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Die Regierung in Berlin hebt ihre Prognose an. Die Nachfrage nach Arbeitskräften und die Konsumlaune erreichen Rekorde.

Wien. Andere Länder, bessere Zahlen: Während Österreich bei der Haushaltskonsolidierung und beim Wachstum immer weiter zurückfällt, korrigiert Deutschland seine Prognosen nach oben. Die Regierung in Berlin rechnet nun für heuer mit 1,5 Prozent Wachstum, um 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft mit 1,6 Prozent noch ein wenig schneller wachsen. Als Gründe für die gute Entwicklung werden der niedrige Ölpreis und der schwache Eurokurs genannt.

Die stabile Entwicklung soll in diesem Jahr zu einem neuen Beschäftigungsrekord führen: 42,8 Millionen erwerbstätige Menschen. Zu dieser Erwartung passen die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Noch nie war die Nachfrage nach Arbeitskräften so hoch. Der monatliche Stellenindex ist im Jänner auf 183 Punkte gestiegen, zwei mehr als im Dezember und 18 mehr als vor einem Jahr. Auch im Boomjahr 2011 waren die Werte nicht ganz so hoch.

Doch damit nicht genug der Jubelmeldungen aus Europas größter Volkswirtschaft: Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist so gut wie seit 13 Jahren nicht mehr. Das Konsumklima profitiert von den niedrigen Heizöl- und Benzinpreisen. Der von GfK gemessene Indikator ist schon das vierte Mal in Folge gestiegen. Unter den Befragten macht sich also Zuversicht breit. Sie erwarten höhere Einkommen und planen größere Anschaffungen. Auch die Regierung sieht mit einem Plus von 2,7 Prozent Lohnsteigerungen deutlich über die Inflationsrate hinaus.

Der deutsche Wirtschaftsminister hätte also genug Grund zum Jubeln. Doch Sigmar Gabriel (zugleich SPD-Chef) warnt vor Euphorie. Es gebe viele Unwägbarkeiten, vor allem, was die Stabilität in der Eurozone angeht. In ihrem Wirtschaftsbericht verspricht die Große Koalition, mehr zu investieren.

Weniger Grund zum Jubeln haben die Franzosen. Jenseits des Rheins trübt sich die Stimmung der Verbraucher wegen der Rekordarbeitslosigkeit ein. Im Dezember waren fast 3,5 Millionen Franzosen ohne Job. Das Konsumklima stagniert, nachdem es dreimal in Folge gestiegen war – freilich bei Werten deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. (ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2015)