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"Die klassische neoliberale Agenda"

Sigrid Maurer (Grüne) und Andrea Kuntzl (SPÖ) können den Ideen der Industrie zu den Universitäten nichts abgewinnen.

Im neuen Hochschulkonzept der Industriellenvereinigung werden einige Änderungen gefordert. Darunter etwa höherer Studiengebühren für alle und ein verschärfter Hochschulzugang. Kritik am Konzept ließ nicht lange auf sich warten.

"Der harte Kern des IV-Konzepts ist die Verschärfung von Zugangsbeschränkungen, die Einführung von Studiengebühren sowie die Ausrichtung der Hochschulpolitik nach den Bedürfnissen der Wirtschaft. Das ist die klassische studierendenfeindliche, neoliberale Agenda die wir von der IV seit Jahrzehnten kennen", meint die Wissenschaftssprecherin der Grünen, Sigrid Maurer. "Dass die IV in ihrem Konzept auch softe Themen wie die gesellschaftliche Verantwortung der Universitäten anspricht, kann nicht darüber hinwegtäuschen, wessen Interessen mit dem Konzept letztlich bedient werden sollen: jene der Industrie, nicht die der Studierenden, der WissenschaftlerInnen oder der Gesellschaft im Allgemeinen", stellt Maurer klar.

Rückfall und Uralt-Forderung

Einige Kritik kommt auch von SPÖ-Wissenschafts-Sprecherin Andrea Kuntzl. "Wir brauchen für einen wettbewerbsfähigen Standort mehr und nicht weniger hochqualifizierte Menschen. Mit Forderungen wie der finanziellen Belastung von Studierenden, aber auch Zugangsbeschränkungen werden, wir diese Ziele nicht erreichen", sagte Kuntzl. "Das IV-Papier schmückt sich zwar mit dem Titel 'Hochschulen zukunftsorientiert weiterentwickeln', ist aber in Wahrheit mit der Uralt-Forderung nach - wie es im IV-Konzept unverblümt heißt - 'umfassenden und weitflächigen Studienbeiträgen' ein Rückfall in Zeiten einer Belastung der Studierenden mit unfairen Studiengebühren", betonte Kuntzl.

Klar sei: "Die Studiengebühren sind und bleiben abgeschafft". Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig, dass möglichst viele junge Menschen beste Bildung und Ausbildung bekommen.

Rektoren: "Schuss aus der Hüfte"

Für die Universitätenkonferenz (uniko) enthält das Konzept "wertvolle Vorschläge und Anregungen", etwa zur Hochschul-Finanzierung. Der Vorschlag, ganze Theologie-Fakultäten aufzulösen, mute aber eher wie ein "Schuss aus der Hüfte" an, so uniko-Präsident Heinrich Schmidinger.

Die NEOS sehen sich durch die IV-Vorschläge hingegen bestätigt: "Durch die stärkere Einhebung von Drittmitteln, eine sinnvoll umgesetzte Studienplatzfinanzierung und einen Beitrag der Studierenden, vorfinanziert durch ein staatliches Bildungsdarlehen, können wir die finanzielle Situation verbessern", heißt es seitens ihres Wissenschaftssprechers Nikolaus Scherak.

Die Fachhochschulkonferenz erhofft sich von dem Papier Rückenwind für ihre Forderung nach einer "raschen Ausarbeitung einer Gesamtstrategie für den österreichischen Hochschulraum". In der IV habe man "einen starken Mitstreiter für den weiteren Ausbau der Fachhochschul-Studienplätze auf 50.000 bis 2018", so FHK-Präsident Helmut Holzinger.

(Red.)