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An den Rand gefahren

Das war kein Protest aus der Mitte. Hoffentlich.

War der Anfang von Pegida Österreich auch das Ende? Zumindest aus jener Karriere, die man angestrebt hat, wird wohl nichts werden: Seit dem nächtlichen „Spaziergang“ durch die Wiener Innenstadt fällt es schwer, die Bewegung als einen breiten Protest bloß „besorgter Bürger“ wahrzunehmen. So etwas verträgt sich nämlich mit „Sieg Heil“-Rufen und Hitlergruß-Posen nicht – hoffentlich.

Die Idee, da käme ein Protest aus der Mitte der Gesellschaft, wurde Montagabend an die Wand oder eher an den Rand gefahren. Denn das, was Pegida Österreich laut Statuten sein will (dort steht etwa: „Jeder Mensch, egal welcher religiösen oder nationalen Zugehörigkeit, ist bei uns willkommen“), und das, was man real vermittelt, passt einfach nicht zusammen.

Man weiß nicht so recht, woran es liegt. An den handelnden Personen wie dem Pegida-Sprecher, der in einer TV-Runde das Bild eines Demonstranten in Hitlergruß-Pose als „blödes Foto“ abtut, das wohl beim Mitschunkeln entstanden sei? (Später distanzierte man sich „aufs Schärfste“). Oder ist das Extreme der Pegida Österreich dem Umstand geschuldet, dass die FPÖ das Feld rechts der Mitte abdeckt und nur den äußeren Rand freilässt?

Die Blauen selbst sind (vielleicht abgesehen vom expliziten Pegida-Fan Graf) fein raus: Pegida hält ihnen die Themen warm. Eine Konkurrenz ist sie nicht.

ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2015)