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Gouda: Muslime gegen Frauen neben Moschee

Muslimische Gemeinde in Holland sabotiert Bauprojekt mit Schule und Kindergarten neben neuem Gotteshaus.

Gouda. In der wegen ihres Käses bekannten holländischen Stadt Gouda soll die größte Moschee der Niederlande gebaut werden. Als Bauplatz hat die Stadtverwaltung das Gelände einer früheren Kaserne vorgesehen, die Stadtentwickler wollen dort auch einen Kindergarten und eine Schule ansiedeln. „Es ist ein gelungenes architektonisches Trio-Ensemble“, heißt es über die Neunutzung der Kaserne.

Doch die droht zu scheitern: Die Verantwortlichen des Moscheeprojekts wollen keinen Kindergarten und keine Schule in der Nähe. Grund: In beiden würden auch Frauen als Lehrerinnen und Erzieherinnen arbeiten, das könne die Männer bei ihren Gebeten ablenken. Nun will die lokale muslimische Gemeinde sogar das ganze Kasernengelände kaufen, um andere Nutzungen zu verhindern.

 

Stadt hielt Streit geheim

Der Stadtrat von Gouda sitzt in der Tinte: Er hielt den Streit um die Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen bisher penibel geheim, bis dieser in allen Details über die geplante Diskriminierung der Frauen Medien zugespielt wurde. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Die Muslime bestehen weiter darauf, dass keine Frauen nahe der neuen Moschee arbeiten dürfen, da sie die Männer störten. Nun liegt das gesamte Bauvorhaben bis auf Weiteres auf Eis. (htz)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2015)