Kolumne "Sprechblase". Warum Marktbegleiter doch Konkurrenten sind.
Es gab Zeiten, in denen die Konkurrenz noch Konkurrenz genannt wurde. Es hieß, „die Konkurrenz schläft nicht“, wenn man sie nicht ganz ernst nahm und sich im Vorteil wähnte.
Es hieß, „Konkurrenz belebt das Geschäft“, wenn die anderen einen Coup gelandet hatten und das eigene Team wachgerüttelt werden musste.
Dann kam die – grundsätzlich sehr zu begrüßende– Zeit der verbalen Abrüstung. Doch sie brachte auch Sprechblasen mit sich: Auf einmal hieß die Konkurrenz nicht mehr Konkurrenz, sondern Mitbewerb.
Auch das klang vielen zu feindlich, und aus dem Mitbewerber wurde der Marktbegleiter. Nun, Begleiter – etwa in der Ballsaison – haben üblicherweise andere Anforderungen zu erfüllen.
Der sprachliche Kuschelkurs hat vielleicht auch damit zu tun, dass viele damit rechnen, dem einstigen Marktbegleiter nach der nächsten Unternehmensfusion gegenüberzusitzen. Da will man vorher nicht unbedingt „Feind“ gesagt haben.
Allerdings: Bei Fusionen geht es meist darum, Synergieeffekte zu erzielen. Sie kosten meist irgendwen den Arbeitsplatz. Und plötzlich werden aus Marktbegleitern wieder Konkurrenten.
michael.koettritsch@diepresse.com