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Schlimmer als 2008? China warnt vor Krise

CHINA US CURRENCY
(c) EPA (Diego Azubel)
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Chinas Ratingagentur Dagong befürchtet das Platzen einer neuen Blase.

Peking/Wien/Moskau. Die chinesische Ratingagentur Dagong hat auf den Märkten nur einen Bruchteil des Einflusses der großen drei, Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Die Chinesen haben aber auch eine ganz andere Perspektive. So warnte Dagong-Chef Guan Jianzhong in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Tass zuletzt vor einer neuen Finanzkrise – die schlimmer werden könne als jene von 2008.

„Ich glaube, wir werden in den nächsten Jahren eine neue globale Finanzkrise sehen. Es ist schwer, einen exakten Zeithorizont zu benennen. Aber die Zeichen sind schon zu sehen. Das Schuldenvolumen wächst weiter und die Volkswirtschaften der USA, der EU, Chinas und anderer Entwicklungsländer entwickeln sich nicht stabil“, so Dagong-Chef Guan Jianzhong.

 

„Auf die Welt übertragen“

China, das seit der Einführung westlicher Sanktionen gegen Russland näher an Moskau gerückt ist, hat auch in Bezug auf russische Krise eine andere Perspektive: „Die aktuelle Krise in Russland wurde von den Sanktionen der westlichen Länder verursacht – und nicht von internen Faktoren. Wenn wir aber die USA und die EU-Länder betrachten, so sehen wir, dass deren Krisen von internen Faktoren verursacht wurden – und nicht von externen“ so Jianzhong.

Im Westen habe das Ausmaß an Krediten erneut das Potenzial der Realwirtschaft überstiegen, Güter zu produzieren, und deshalb eine Blase kreiert. „Und diese Krise wurde durch die Politik von Quantitative Easing und den Einsatz der Notenpressen der Zentralbanken auf die ganze Welt übertragen“, warnt der Dagong-Chef. (jil)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2015)