Opel: Merkel sichert Unterstützung zu

Opel Merkel
Opel Merkel(c) AP (Daniel Roland)
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Opel braucht eigenen Angaben zufolge staatliche Hilfe in Höhe von 3,3 Mrd. Euro. Merkel betont jedoch, dass ein langfristiger Investor für Opel gefunden werden muss. Opel hätte lieber Geld vom Staat.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem angeschlagenen Autobauer Opel die Unterstützung des Bundes zugesichert. Der Bund werde Opel unterstützen, "wo immer das nötig ist", sagte Merkel am Dienstag während eines Besuchs am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim. Die Kanzlerin ließ dabei offen, in welcher Form der Bund Opel unterstützen will.

Merkel betonte jedoch, für Opel müsse ein Investor gefunden werden, der das Tochterunternehmen des kriselnden US-Autobauers in eine neue Zukunft führe. Dieser Investor müsse langfristig orientiert sein. Die Kanzlerin kündigte zudem an, ein Team für die Verhandlungen über die Zukunft von Opel zu bilden. Diesem sollten Vertreter der Bundes- und der Landesregierungen angehören, zudem Wirtschaftsfachleute und Investmentbanker.

"Staatliche Einlage wäre uns lieber"

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz forderte von Merkel eine staatliche Beteiligung an Opel. Zwar unterstütze der Opel-Betriebsrat auch grundsätzlich den Vorschlag des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), Investitionen des Rüsselsheimer Autobauers langfristig durch staatliche Bürgschaften abzusichern. "Ehrlich gesagt wäre uns aber eine direkte staatliche Einlage viel lieber", sagte Franz. "In Opel zu investieren, lohnt sich." Die finanziellen Hilfen sollen jedoch zeitlich beschränkt bleiben.

Der Europachef des Opel-Mutterunternehmens General Motors (GM), Carl-Peter Forster, sagte, Opel habe Verständnis dafür, "dass es sich die Politik mit ihren Entscheidungen nicht einfach machen kann". Jedoch sei Opel "eine starke Marke und ein solides Unternehmen" mit großer Bedeutung für den Autostandort Deutschland. Deswegen sei es wichtig, dass das Überleben Opels gesichert werde. Eine wichtige Hilfe für Opel sei bereits die Einführung der Abwrackprämie für Altautos gewesen. Der Traditionsautobauer, der auch viele Kleinwagen fertigt, haben von der Prämie "sehr eindeutig davon profitiert".

3,3 Mrd Euro gesucht

Opel-Chef Hans Demant sprach sich für staatliche Hilfe seitens der Bundesregierung aus. Opel befinde sich in einer "äußert schwierigen Situation". Das Unternehmen brauche deshalb "staatliche Hilfe zur Selbsthilfe".

Opel braucht eigenen Angaben zufolge staatliche Hilfe in Höhe von 3,3 Mrd. Euro. 2,6 Mrd. Euro sollen vom Bund und den deutschen Bundesländern kommen, der Rest von anderen europäischen Staaten mit Opel-Standorten.

(APA)

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