Für Privatpersonen wird es günstiger, wenn sie ins Minus rutschen.
Die Bank-Austria-Schwester HypoVereinsbank (HVB) streicht als Erste der großen deutschen Filialbanken die Zinsen für Überziehungskredite. „Bei privaten Girokonten werden wir im Mai den Zinsaufschlag abschaffen“, sagte ein Sprecher des Instituts am Freitag.
Das bedeutet freilich nicht, dass Kunden ihr Konto kostenlos überziehen können. Man bezahlt weiterhin Zinsen, wenn man ins Minus rutscht. Allerdings verlangen deutsche Banken, wie auch die meisten österreichischen, noch einmal einen Zinsaufschlag, wenn man sein Konto über einen vorher vereinbarten Dispositionsrahmen (üblich ist ein Monatsgehalt) hinaus überzieht. Diese Zinsbeträge sind meist zweistellig.
Nach Kritik an diesen hohen Zinsen und einer Initiative des Justizministeriums schafften bereits die Hälfte der 416 deutschen Sparkassen die hohen Zinsen ab. Die HVB ist die erste Großbank, die diesen Schritt setzt. Andere, wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, wollen an dem erhöhten Überziehungszins festhalten. Auch in Österreich erklärte ein Sprecher der Bank Austria, dass man dem Vorbild der deutschen Schwester nicht folgen werde. (ag.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2015)