Schnellauswahl

"Sexting": Jeder fünfte US-Teenie verschickt Nacktfotos

Symbolbild
(c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)
  • Drucken

Per Handy und über Internet verschicken die Jugendlichen Nacktfotos von sich und bringen sich dadurch in rechtliche Schwierigkeiten: Sie können wegen Kinderpornografie verfolgt werden.

Auf Facebook und Myspace, per Mail oder MMS: Jeder fünfte Teenager in den USA hat einer Umfrage zufolge bereits Fotos verschickt, auf denen er oder sie mehr oder weniger nackt zu sehen ist. Dieses "Sexting" (von "texting" für "SMS schreiben") kann für die Jugendlichen allerdings zu einem Problem werden, und zwar dann, wenn die Bilder einem breiteren Publikum zugänglich werden: Dann können sie wegen Kinderpornografie belangt werden.

So ist etwa im US-Bundesstaat New Jersey ist ein 14-jähriges Mädchen festgenommen worden, weil sie Nacktaufnahmen von sich auf ihr Myspace-Profil gestellt hat. "Sie wollte, dass ihr Freund sie sieht", sagte ein Polizeisprecher. Ihr droht nun eine Klage wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie und damit eine Haftstrafe und ein Eintrag ins Sexualstrafregister.

Richter bremst Staatsanwaltschaft

In einem anderen Fall hat ein Richter im US-Bundesstaat Pennsylvania den Eifer der Staatsanwaltschaft gebremst, die drei Teenager  wegen Kinderpornografie anklagen wollten. Die drei Mädchen im Alter von 13 Jahren hatten Fotos von sich in beinahe unbekleidetem Zustand über ihre Mobiltelefone verschickt. Wie das Gericht entschied, haben die Mädchen damit keinen Gesetzesverstoß begangen. Die Aufnahmen seien nicht "illegal" gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Schülerinnen könnten daher nicht, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, zu einem Verhaltenstraining verdonnert oder gar wegen der Verbreitung von Kinderpornografie belangt werden.

Lehrer hatten die Bilder im Oktober auf den Handys mehrerer Schüler entdeckt. Darauf war eines der Mädchen oben ohne zu sehen, zwei weitere waren nur mit einem BH bekleidet. Ein Staatsanwalt fand die Fotos "provozierend" und ordnete den fünfwöchigen Kurs und einen Drogentest an. Sollten sich die Mädchen nicht darauf einlassen, werde er sie wegen der Verbreitung von Kinderpornografie anklagen. Die Eltern wandten sich daraufhin selbst an das Gericht.