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Betriebskosten steigen stärker als Mieten

Aktuelle Daten der Plattform ImmobilienScout24 belegen: Die Mietpreiserhöhung liegt unter der Inflationsrate.

Im Zuge der österreichweiten Diskussion um leistbares Wohnen und die geplante Mietrechtsnovelle standen Vermieter aufgrund der eklatanten Mietpreisanstiege unter Beschuss. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch: Die Betriebskosten (Wasser, Müllabfuhr, Hausverwaltung, etc.) sind stärker gewachsen als die Mieten. Sie stiegen von 2006 auf 2014 um satte 25 Prozent, die Nettomieten hingegen etwa im Bereich der Inflationsrate, um 17 Prozent (das gesamte Verbraucherpreisindex-Plus betrug in diesem Zeitraum im Jahresdurchschnitt betrachtet 18,3 Prozent). Etwa 70 Prozent einer Gesamtmiete entfallen im Schnitt auf die Mietkosten, etwa 30 Prozent auf Betriebskosten und Steuern, so die ImmoDEX Analyse von ImmobilienScout24.

Trend zum Haus: Preise steigen

Während sich die Preisentwicklung bei Kaufobjekten insgesamt und österreichweit relativ stabil zeigte, wies die Preiskurve für neuwertige Häuser (plus 4,4 Prozent) und Grundstücke (plus fünf Prozent) 2014 nach oben, und das in fast allen Bundesländern. Spitzenreiter war dabei der Westen Österreichs: Die Häuserpreise stiegen in Vorarlberg um fünf Prozent, die Grundstückspreise in Tirol um acht Prozent. Die stärksten Anstiege bei Grundstücken gab es übrigens in der Steiermark mit plus zehn Prozent.

Mit ein Grund für die Preisrallye: die klar gestiegene Nachfrage nach Grund und Boden und eigenem Dach. Das Nachfrageplus bei Häusern lag im Vergleichszeitraum bei plus 5,8 Prozent, bei Grundstücken bei plus 4,3 Prozent. Der Trend ist durchaus längerfristig. Blickt man bis 2010 zurück, lag das Nachfrageplus bei Häusern bei 12 Prozent, bei Grundstücken gar bei 30 Prozent. Spitzenreiter war die Bundeshauptstadt – in Wien hat sich die Grundstücksnachfrage von 2010 auf 2014 verdoppelt. „Wir messen weiterhin einen starken Trend zum eigenen Dach – Häuser und Grundstücke werden verstärkt nachgefragt, dementsprechend steigen in diesen Segmenten die Preise auch weiterhin“, so Patrick Schenner, Geschäftsführer von ImmobilienScout24. „Wer Haus oder Grundstück sucht, muss mehr Mobilität, also Pendeln, in Kauf nehmen. Verfügbarer Raum in den Speckgürteln ist begrenzt, also werden sich diese noch weiter von der Stadt entfernen.“