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EZB gibt Startschuss für die Billionen-Flut

ECB President Draghi arrives to take part in a plenary debate on the ECB´s Annual Report 2013 at the EU Parliament in Brussels
EZB-Chef Mario Draghi(c) REUTERS (FRANCOIS LENOIR)
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Die Europäische Zentralbank startet ihr umstrittenes Anleihen-Kaufprogramm. Im März werden 60 Milliarden Euro in die Märkte gepumpt.

Nun fließen die Milliarden: Am heutigen Montag beginnt die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem großangelegten Kauf von Staatsanleihen. 60 Milliarden Euro will die Notenbank auf diesem Weg in die Märkte pumpen - pro Monat und das mindestens bis September 2016. Das Billionen-Programm soll die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln.

Für ihr neuestes Anti-Krisen-Paket druckt die EZB frisches Geld und kauft damit Wertpapiere. Fachleute nennen dies quantitative Lockerung oder schlicht "QE" ("Quantitative Easing"). EZB-Präsident Mario Draghi hatte die Märkte seit Monaten darauf vorbereitet, im Jänner gab der EZB-Rat mit breiter Mehrheit grünes Licht - gegen den Widerstand mehrerer Länder, allen voran Deutschland. Aber auch Österreich äußerte sich skeptisch.

Das frische Geld kommt im Idealfall über die Geschäftsbanken, denen die Zentralbank Anleihen abkaufen will, in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das könnte Konsum und Investitionen anschieben und so die maue Konjunktur in Schwung bringen. Denn während die deutsche Wirtschaft relativ gut in Schuss ist, sind die Wachstumsaussichten für den Euroraum nach wie vor bescheiden.

Draghi: "Haben gute Argumente"

Die Währungshüter wollen auch den drohenden Absturz in eine Deflation verhindern: Sinken die Verbraucherpreise über einen längeren Zeitraum auf breiter Front, könnte das die Konjunktur ausbremsen. Unternehmen und Konsumenten könnten in Erwartung weiter fallender Preise Investitionen aufschieben.

"Es gab aus unserer Sicht wenig Zweifel, dass wir handeln sollten", begründete Draghi im Jänner den Beschluss. "Wir sind überzeugt und haben gute Argumente zu glauben, dass diese Maßnahme dazu beitragen wird die Inflationserwartungen anzuheben", sagte der Italiener.

Die Inflation im Euroraum ist seit Monaten weit entfernt vom EZB-Ziel einer mittelfristigen Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent. Nach jüngsten Berechnungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat sanken die Verbraucherpreise im Jänner weiter: Die jährliche Inflationsrate betrug minus 0,6 Prozent. Die meisten Ökonomen sehen dennoch keine Deflations-Gefahr: Die sinkende Teuerungsrate sei vor allem eine Folge des drastischen Verfalls der Ölpreise - und der wirke auf der anderen Seite wie ein Konjunkturprogramm.

Kritiker befürchten neue Preisblasen

Kritiker sind skeptisch, dass EZB-Anleihenkäufe wie geplant wirken werden. Sie befürchten eher neue Preisblasen durch das viele billige Geld. Zudem könnten die Regierungen in Schuldenstaaten in ihrem Reformeifer nachlassen, wenn die Notenbank in großem Umfang staatliche Schulden finanziert. Fraglich ist auch, wo die EZB die Staatsanleihen herbekommen will: Mehrere Banken erklärten in den vergangenen Wochen, sie würde ihre Bestände nicht verkaufen.

(APA)