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Irak startet Großoffensive gegen den IS

Iraqi security forces guard during the building of a new road between Diyala province and Samarra
(c) REUTERS (STRINGER)
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30.000 Soldaten rücken auf die IS-Hochburg Tikrit vor.

Bagdad. Es ist der Beginn einer der bisher größten Militäroffensiven der irakischen Streitkräfte gegen die Extremisten des sogenannten Islamischen Staates (IS). Am Montag sind irakische Truppen von der Stadt Samarra aus in Richtung Norden vorgerückt. Unterstützt werden die Bodentruppen durch Flugzeuge und Kampfhubschrauber.

Die umfangreichen Operationen zur Rückeroberung des Gebietes nördlich der Hauptstadt Bagdad sind bereits am Sonntag gestartet. Ziel der Großoffensive ist die IS-Hochburg Tikrit. In den vergangenen Monaten haben irakische Streitkräfte bereits mehrmals versucht, die Geburtsstadt des früheren Diktators Saddam Hussein wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, bisher aber vergeblich. Jetzt soll die strategisch wichtige Stadt, etwa 170 Kilometer nördlich von Bagdad, aber endgültig zurückerobert werden.

Wie das Staatsfernsehen des Irak berichtete, rücken Armee und schiitische Milizen aus fünf Richtungen auf Tikrit vor. Insgesamt seien 30.000 Mann im Einsatz. Auch Kämpfer sunnitischer Stämme seien bei der Offensive gegen den IS im Einsatz.

 

Angst vor Massaker

Der Beteiligung sunnitischer Einheiten kommt große Bedeutung zu. Denn die Einwohner Tikrits sind vornehmlich Sunniten und stehen schon seit Jahren in Opposition zur schiitisch geprägten Zentralregierung in Bagdad. Als Geburtsstadt des Machthabers spielte Tikrit zur Zeit Saddam Husseins eine wichtige Rolle im Irak. Mit Saddams Sturz 2003 und dem Aufstieg schiitischer Parteien verlor Tikrit diese Position. Aus Ärger darüber kollaborierten viele Einwohner Tikrits bei der Übernahme der Stadt durch den IS im Sommer.

Nun gibt es Befürchtungen, die Schiiten-Milizen, die im Rahmen der irakischen Militäroperation auf Tikrit vorrücken, könnten an der sunnitischen Bevölkerung Tikrits Massaker begehen. Ein Korrespondent des Nachrichtensenders al-Arabiya berichtete, viele Einwohner seien deshalb bereits aus der Stadt geflohen. (APA/Reuters/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2015)