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Stichwort: Neue Mittelschule

Die NMS ist 2012 ein eigener Schultyp. Sie löst die Hauptschule bis 2018 vollstöändig ab.

Die Neue Mittelschule (NMS) ist seit 2012 ein eigener Schultyp für die Zehn- bis 14-Jährigen und tritt bis 2018 sukzessive an die Stelle der Hauptschule. Wichtigste Unterschiede: Für temporäre Gruppenbildung, Förder- und Leistungsmaßnahmen oder Teamteaching mit zwei Lehrern in der Klasse gibt es Zusatzmittel, im Gegensatz zur Hauptschule sind keine fixen Leistungsgruppen vorgesehen.

Die ursprünglich als Modellversuche gestarteten NMS erhalten vom Bund sechs Zusatzstunden für "pädagogische Fördermaßnahmen" in den Gegenständen Mathematik, Deutsch und Englisch. Diese zusätzlichen Ressourcen können für die Besetzung dieser Fächer mit je zwei Lehrern (Teamteaching) eingesetzt werden oder aber für Individualisierung, differenzierten Unterricht in der Klasse, Begabungs- und Begabtenförderung, inklusive Pädagogik, Förderung in temporären Schülergruppen sowie Förder- und Leistungskurse.

Lehrer von Gymnasium und Hauptschule

Grundidee der NMS war ursprünglich der gemeinsame Einsatz von Hauptschul- und AHS- bzw. BMHS-Pädagogen in Mathe, Deutsch und Englisch. Dieses Ziel wurde allerdings nie wirklich erreicht - mit der Einführung der NMS als Regelschule fiel dann die Erfordernis des gemeinsamen Lehrereinsatzes weg. Nach wie vor unterrichten an fast der Hälfte der NMS-Standorte keine AHS- oder BMHS-Lehrer.

Die NMS begann als Modellversuch im Jahr 2008 an 67 Standorten, im Herbst 2012 wurde sie - zunächst neben Hauptschule und AHS-Unterstufe - zur Regelschule. Im laufenden Schuljahr gibt es in Österreich 1.073 Neue Mittelschulen (darunter elf AHS-Unterstufen). Damit sind derzeit rund 96 Prozent der Hauptschulen zumindest teilweise in NMS umgewandelt. 2015/16 werden dann alle Hauptschulen zumindest in der ersten Klasse auf NMS umgestellt sein, im Jahr darauf in den ersten und zweiten Klassen usw. 2018/19 ist die Umwandlung dann komplett abgeschlossen.

Wie schon in Hauptschulen werden an NMS Schüler mit und ohne AHS-Reife unterrichtet. Inhaltlich ähnelt der Lehrplan jenem des Realgymnasiums.

Kompliziertes Benotungssystem

Zusätzlich zu den Ziffernnoten werden im NMS-Zeugnis die individuellen Lern- und Leistungsstärken festgehalten. In der 3. und 4. Klasse NMS wird in Deutsch, Mathe und Englisch im Zeugnis außerdem ausgewiesen, ob der Schüler sich nur Basiswissen ("grundlegende Allgemeinbildung") oder komplexeres Wissen ("vertiefte Allgemeinbildung") aneignen konnte.

Wer in allen drei Fächern "vertieft" mit einer positiven Note abschließt, ist zum Übertritt in AHS oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) berechtigt. Wer das in einem Fach nicht schafft, kann von der Klassenkonferenz dennoch AHS/BHS-reif erklärt werden. Wer in der 4. Klasse NMS in allen drei Gegenständen nach "grundlegender Allgemeinbildung" mit "Befriedigend" (bzw. bei nur einem "Genügend" mit Beschluss der Klassenkonferenz) beurteilt wird, darf in eine berufsbildende mittlere Schulen (BMS) aufsteigen. Wer in dieser Kategorie mit "Nicht Genügend" abschließt, kann in die Polytechnische Schule gehen oder das letzte NMS-Jahr wiederholen.

Nichts zu tun hat die NMS mit einer Gesamtschule. Neben ihr bleiben die AHS-Unterstufen erhalten. Lediglich elf AHS-Standorte (von rund 280) werden als NMS geführt.

(APA)