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Gewaltwelle gegen Uiguren in China

EPA
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Bei Unruhen seien im Vorjahr in China mehr als 450 Menschen ums Leben gekommen, in der Mehrheit Uiguren aus der Provinz Xinjiang.

Eine Gewaltwelle vor allem gegen die muslimische Minderheit der Uiguren habe im Vorjahr in China mehr als 450 Todesopfer gefordert, erklärte eine uigurische Menschenrechtsgruppe. Sie seien in der westchinesischen Provinz Xinjiang bei Unruhen und Anschlägen getötet worden, behauptet die Menschenrechtsorganisation Uyghur Human Rights Project (UHRP).

Die Möglichkeiten von Journalisten und Menschenrechtlern zu Recherchen in der Region sind stark eingeschränkt, weshalb die Zahlen nur eine Annäherung darstellen. Nach den Angaben der UHRP, die sich auf chinesische und ausländische Medienberichte stützen, wurden 2014 zwischen 457 und 478 Menschen getötet, darunter 235 bis 240 Uiguren und 80 bis 86 Han-Chinesen. Die Zahlen lagen mehr als doppelt so hoch wie 2013, als es laut der Organisation in der Unruheregion zwischen 199 und 237 Opfer politischer Gewalt gab - auch damals waren die allermeisten Uiguren.

"Alarmierende Zahlen"

UHRP-Direktor Alim Seytoff erklärte in Washington, die Zahlen seien "in mehreren Aspekten alarmierend". Sie zeigten die "Verschlechterung der Sicherheitsbedingungen" seit dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping vor zwei Jahren und den "exzessiven Einsatz von Gewalt" durch die Behörden. Er verwies darauf, dass die Zahl der getöteten "Angreifer" höher liege als die Zahl der getöteten Zivilisten und Staatsbediensteten zusammen. So wurden bei einem Angriff auf eine Polizeistation und Behördengebäude im Bezirk Yarkand im Juli nach amtlichen Angaben neben 37 Zivilisten auch 59 "Terroristen" getötet.

Peking macht grundsätzlich islamistische "Terroristen" und "Separatisten" für die Gewalt verantwortlich. Menschenrechtler werfen den Behörden jedoch seit langem vor, politische Proteste blutig niederzuschlagen und anschließend als "Terrorangriffe" umzudeuten. Viele Uiguren klagen seit Jahren über soziale und religiöse Diskriminierung und sehen sich durch die systematische Ansiedlung von Han-Chinesen an den Rand gedrängt. Inzwischen werden auch friedliche Kritiker wie der uigurische Wirtschaftsdozent Ilham Tohti zu hohen Haftstrafen verurteilt.

(APA/AFP)