Wegen der Wirtschaftskrise sind die zwei Spitzeninstitute der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht. Die DZ Bank ist an der heimischen Volksbank AG beteiligt.
Trotz der geplanten Fusion mit der WGZ Bank haben sich die Beschäftigten der deutschen DZ Bank auf harte Sparmaßnahmen einzustellen. Das geht aus einem Schreiben des Vorstands an seine Mitarbeiter hervor, aus dem das deutsche "Handelsblatt" in seiner Montagausgabe zitiert. Am Gründonnerstag wird der Vorstand beraten. Die DZ Bank ist mit einer Sperrminorität an der österreichischen Volksbank AG (ÖVAG) beteiligt.
"Auch wenn wir die Fusion mit der WGZ nicht weiterverfolgen, heißt das nicht, dass wir das Rad zurückdrehen oder uns ausruhen können", heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiter, das als ein Beleg für den Spardruck bewertet wird, unter dem die Bank steht.
Wegen der Wirtschaftskrise sind die zwei Spitzeninstitute der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht. Die DZ Bank benötigt nun eine Kapitalerhöhung und hat über die Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken auch ein 1,2 Mrd. Euro großes Wertpapierportfolio absichern lassen.
"Im Verlauf der letzten Monate haben wir in unserem Geschäftsmodell und in unserer Organisationsstruktur Verbesserungspotenzial identifiziert", heißt es im Schreiben des Managements. "Und diese Verbesserungen werden wir jetzt unbeirrt angehen und in die Tat umsetzen". An Einschnitten führe kein Weg vorbei.
Wie das Blatt unter Berufung auf Finanzkreise schreibt, strebt die Bank an, die Kosten etwa im gleichen Umfang zu senken wie es bei einer Fusion mit der WGZ geplant gewesen wäre. Das entspräche einem Volumen von 100 bis 140 Mio. Euro.
Am 9. April, also an dem Tag, an dem eigentlich der Verschmelzungsvertrag mit der WGZ Bank hätte unterzeichnet werden sollen, will der DZ-Vorstand "in Klausur gehen", wie aus einem internen Schreiben hervorgeht. Dort sollen mögliche Strategien besprochen werden.
Fest mit Einschnitten rechnet die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: "Wir befürchten, dass es auch ohne Fusion einen erheblichen Arbeitsplatzabbau geben wird, da der Vorstand das Geschäftsmodell der Bank anpassen will", wird der Verdi-Fachreferent für die Genossenschaftsbanken Mark Roach zitiert.
Details sind noch unklar, doch die generelle Marschroute hatte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch im März angedeutet. So soll das Großkundengeschäft "kritisch überprüft" werden. Auch das Geschäft mit strukturierten Finanzierungen und die Zahl der Auslandsstandorte sollen schrumpfen. Insgesamt soll "die in 2007 begonnene Fokussierung auf den genossenschaftlichen Finanzverbund" konsequent vorangetrieben werden, heißt es im Mitarbeiterbrief.
(APA)