US-Medien dürfen wieder Särge von US-Soldaten zeigen

Saerge von US-Soldaten
(c) EPA (Hand Out)

Erstmals seit 1991 dürfen US-Medien wieder Bilder von gefallenen US-Soldaten bei ihrer Ankunft in der Heimat ausstrahlen. George Bush senior hatte dies während des Zweiten Golfkriegs verboten.

Ohne viel Aufhebens ist in den USA ein seit 18 Jahren bestehendes Verbot aufgehoben worden: Erstmals dürfen Medien wieder in Bildern von der Heimkehr getöteter Soldaten aus dem Ausland berichten. Nach der Erlaubnis der Angehörigen ließ die Militärführung am Sonntagabend die Medien auf den Luftwaffenstützpunkt Dover im Staat Delaware vor, wo die Leiche eines in Afghanistan getöteten Unteroffiziers an Bord einer Militärmaschine aus Ramstein eintraf.

Das Verbot war 1991 unter dem damaligen Präsidenten George Bush senior zu Zeiten des Zweiten Golfkriegs (zur Befreiung des vom Irak überfallenen Emirats Kuwait) verhängt worden. Es sollte trauernde Angehörige vor den Medien schützen. Kritiker wandten allerdings ein, die Regierung wolle damit Bilder über die menschlichen Kosten ihrer Kriegsführung verhindern. Der neue Präsident Barack Obama hatte das Pentagon nach seinem Amtsantritt aufgefordert, dieses Verbot aufzuheben. Nach den neuen Richtlinien liegt die Entscheidung über eine Berichterstattung jetzt bei den Angehörigen der Gefallenen.