Kolumne. Warum profitabel und rentabel nicht ident sind.
Im Deutschunterricht in der Schule werden sie als das zu Papier gebrachte Böse dargestellt: die Wortwiederholungen. Zweimal oder gar mehrmals ein und denselben Begriff zu verwenden gilt als schwerer Fehler.
Lieber anstrengen, nachdenken und dann einen wenig originellen Ersatz verwenden. Aus Salzburg wird die Mozartstadt, aus der Wahl der Urnengang und aus dem Polizisten der Ordnungshüter. Oder es werden Synonyme gewählt, die zwar so ähnlich klingen, aber gar nicht zutreffen. Scheinbar (angeblich, nicht in Wirklichkeit, nur zum Schein) und anscheinend (sieht so aus, offenbar, vermutlich) sind zwei Kandidaten, die Scheinwissende gern verwenden/verwechseln.
Ähnlich verhält es sich auch mit profitabel und rentabel bzw. mit Profitabilität und Rentabilität.
Auch diese Begriffe werden gern synonym verwendet. Profitabel ist, was Profit, also Gewinn, abwirft. Die Rentabilität hingegen zeigt das Verhältnis zwischen Gewinn und dem dafür eingesetzten Kapital – also wie gut das Kapital eingesetzt wurde. Vorsicht: Rentabilität ist kein Synonym für Wirtschaftlichkeit. Aber das ist dann schon eher ein Fall für einen BWL-Kurs.
michael.koettritsch@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2015)