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30 Prozent Frauen: Quote in deutschen Aufsichträten kommt

Frauenquote
APA/dpa/Jan-Philipp Strobel
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Ab 2016 gilt die Frauenquote. Der Justizminister spricht vom "größten Beitrag zur Gleichberechtigung seit Einführung des Frauenwahlrechts".

Der Deutsche Bundestag hat mit großer Mehrheit die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen beschlossen. Betroffen sind ab 2016 gut hundert börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen. Für den Gesetzentwurf der "schwarz-roten" Regierung stimmten am Freitag Konservative und Sozialdemokraten. Grüne und Linke enthielten sich. Frauenministerin Manuela Schwesig sprach von einem "historischen Schritt" zur Durchsetzung der Gleichberechtigung. 3500 weitere Unternehmen müssen sich künftig verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen setzen.

Über den Sinn der Quote ist lange gestritten worden. Vor der Bundestagsentscheidung an diesem Freitag über die lange umstrittene Frauenquote hat der deutsche Justizminister Heiko Maas das Vorhaben als Meilenstein für die Gleichberechtigung gelobt.

"Die Frauenquote ist der größte Beitrag zur Gleichberechtigung seit Einführung des Frauenwahlrechts", sagte der sozialdemokratische Justizminister Heiko Maasder Deutschen Presse-Agentur. "Nach der politischen Macht bekommen Frauen endlich einen fairen Anteil an der wirtschaftlichen Macht."

Grüne fordern höhere Quote

Die Grünen hatten einen weitergehenden Gesetzesentwurf vorgelegt und fordern eine Quote von 40 Prozent, die Linke will 50 Prozent Frauen in Führungsgremien festschreiben. Bis zuletzt hatte es Kritik und verfassungsrechtliche Bedenken gegen den Regierungsentwurf gegeben. Dabei ging es vor allem um die ebenfalls geplante Umsetzung im öffentlichen Dienst und eine dort vorgesehene "Männerquote" etwa bei Erziehern und Grundschullehrern.

Im Jänner hatte das Justizministerium unter Berufung auf Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mitgeteilt, dass derzeit die Frauenquote in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland bei 18,4 Prozent liege, in den Vorständen bei nur 5,4 Prozent.

(APA/dpa)