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Wie Putin die Annexion der Krim befahl

Russian President Vladimir Putin looks on during a meeting with Cyprus President Nicos Anastasiades at the Novo-Ogaryovo state residence outside Moscow
Vladimir Putin(c) REUTERS (POOL)
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Russischer Präsident enthüllt „Geheimaktion“ und spricht über die Flucht des ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Moskau. Wladimir Putin hat in einem Interview überraschend offen über seinen Befehl zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim vor einem Jahr gesprochen. Nach einer nächtlichen Sitzung im Februar 2014 habe er zu Vertretern der Sicherheitskräfte gesagt: „ Wir müssen beginnen, die Krim zurück nach Russland zu holen“, sagt der russische Präsident in einem Trailer für eine Dokumentation. „Wir beendeten die Sitzung etwa um sieben Uhr morgens“, erzählt Putin in dem Film „Die Krim – Die Rückkehr nach Hause“ über die Sitzung mit Leitern der russischen Sicherheitsdienste in der Nacht auf den 23.Februar 2014.

Vier Tage später übernahm eine schwer bewaffnete Kommandoeinheit die Kontrolle über das Regionalparlament der Krim. Die Parlamentarier stimmten daraufhin in einer kurzfristig angesetzten Sitzung für die Abhaltung eines Referendums über den Anschluss an Russland. Die Ukraine warf Moskau daraufhin eine Invasion der Halbinsel vor.

 

Rettung Janukowitschs

Obwohl sich die Hinweise mehrten, dass es sich bei den Truppen ohne Hoheitskennzeichen – die „grünen Männchen“ –, die strategische Orte auf der Krim besetzten, um russische Soldaten handelte, bestritt Moskau zunächst eine direkte Beteiligung. Später gab Putin zu, auf der Krim russische Truppen eingesetzt zu haben.

In dem Film spricht Putin auch über die Flucht des ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch und einen russischen Einsatz zu seiner Rettung, der bei der Nachtsitzung im Februar 2014 geplant wurde. „Er wäre getötet worden“, so Putin. „Wir bereiteten uns vor, ihn per Land, per Wasser oder per Luft aus Donezk herauszuholen.“ Janukowitsch tauchte später im südrussischen Rostow am Don auf. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2015)