Euro-Zone rutscht tiefer in Rezession

Die Euro-Länder stecken noch tiefer in der Rezession als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von Oktober bis Dezember um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie Eurostat mitteilte. Zunächst war für das vierte Quartal ein Minus von 1,5 Prozent ermittelt worden - schon das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Währungsunion gewesen.

"Es ist zu befürchten, dass der Einbruch im gerade beendeten ersten Quartal noch stärker ausfällt als Ende 2008", sagte Ökonom Howard Archer von IHS Global Insight. "Die Ausgangsbasis hat sich verschlechtert", sagte auch Citigroup-Ökonom Jürgen Michels. Er rechnet für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 4,3 Prozent. Wegen des starken Jahresauftakts hatte es 2008 noch zu einem Wachstum von 0,8 Prozent gereicht, obwohl die Wirtschaft schon im zweiten und dritten Quartal um jeweils 0,3 Prozent geschrumpft war.

Die Euro-Länder leiden besonders unter der weltweit sinkenden Nachfrage nach Exportschlagern wie Autos, Maschinen und Chemieprodukten. Dadurch gingen die Ausfuhren am Jahresende 2008 um 6,7 Prozent zurück. Die Verbraucher schränkten wegen der ungewissen Wirtschaftsaussichten und der stark steigenden Arbeitslosigkeit ihre Konsumausgaben um 0,3 Prozent ein. Steigende Staatsausgaben stabilisierten dagegen die Konjunktur.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wegen der Rezession ihren Leitzins auf das Rekordtief von 1,25 Prozent gesenkt. Sie will mit billigem Geld Investitionen und Konsum anregen. Außerdem pumpen die Staaten viel Geld in die Wirtschaft. Allein Deutschland hat zwei Konjunkturprogramme im Volumen von mehr als 80 Mrd. Euro aufgelegt, um einen noch stärkeren Absturz der größten Volkswirtschaft Europas zu dämpfen.

(APA)

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