Hypo: FMA prüft alle Berater-Verträge der Heta

Die Presse
  • Drucken

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble stellte sich indes auf harte Rechtsstreitigkeiten mit Österreich wegen des Zahlungsmoratoriums ein.

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in ihrer Funktion als Abwicklungsbehörde der Hypo-Abbaugesellschaft Heta die Anweisung gegeben, dass diese alle Berater-Verträge vorlegt. Dies, um prüfen zu können, ob diese Mandate mit dem Abwicklungsregime nach dem Bankenabwicklungsgesetz BaSAG im Einklang stehen, bestätigte ein Behördensprecher am Dienstag einen Bericht der Zeitung "Standard". Das Vorgehen sei im Sinne und Interesse der Gläubiger und deren Gleichbehandlung, hieß es weiter aus der FMA.

Die Zeitung zitierte aus einem Mail der Heta an Anwälte, die Hypo-Vorgänge untersuchen, dass man mitteilen müsse, "dass die Heta aufgrund der Ereignisse der letzten Tage und den Bestimmungen des FMA-Bescheids ... und dem damit verbundenen BaSAG-Regime (Abwicklung gemäß Bankensanierungsgesetz; Anm.) keine weiteren neuen Ermittlungen/Sachverhaltsdarstellungen oder Ähnliches in Auftrag gibt und geben kann". Und: "Allfällige laufende Ermittlungen/Vorarbeiten/Entwürfe von Sachverhaltsdarstellungen und Ähnliches sind sofort einzustellen." Nicht betroffen von dem Stopp seien "laufende Gerichtsverfahren", womit Zivilverfahren gemeint sind.

Vergleichsabsage Schäubles

Auch der Streit zwischen Österreich un Bayern findet eine Fortsetzung. "Wir sind beiderseits entschlossen, die rechtliche Auseinandersetzung zu führen", betonte Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble nach einem Gespräch mit seinem österreichischen Amtskollegen Hans Jörg Schelling am Rande des EU-Finanzministertreffens in Brüssel. Details zu einer möglichen neuen Klage wegen des Zahlungsstopps der Hypo-Abbaugesellschaft Heta nannte Schäuble aber nicht - gegenseitige Klagen in Milliardenhöhe sind ohnehin im Laufen. Trotzdem sei "die politische Zusammenarbeit in Europa mit unserem Nachbarn Österreich auch davon unbeschadet weiterzuführen", so Schäuble, der dieser Tage zu einem Besuch in Wien erwartet wird.

Arbeitsgruppe zu "Insolvenzszenario"

Der Antrag an die ÖBFA seitens des südlichsten Bundeslandes, das sich selbst am Kapitalmarkt nach der kürzlichen Abwertung durch die Ratingagentur Moody's nicht mehr recht finanzieren kann, beinhaltet rund 30 Mio. Euro für die Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg. Weitere rund 100 Mio. Euro braucht man Ende Juni, Anfang Juli. Eine ähnliche Summe komme am Jahresende hinzu, sagte der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) nach einer Regierungssitzung in Klagenfurt.

Eine in Kärnten eingerichtete "Heta-Arbeitsgruppe" wurde zudem beauftragt, "ein Insolvenzszenario für das Land Kärnten anzudenken, unter anderem soll dabei geklärt werden, wie der Betrieb in einem solchen Fall aufrechterhalten werden kann", sagte der Landeshauptmann.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

General view of the headquarters of defunct Austrian lender Hypo Alpe Adria  in Klagenfurt
Österreich

Hypo-Versagen: „Viele Köche verderben den Brei“

Die einen hätten kontrollieren sollen, die anderen prüfen, und die Regierung hätte besser verhandeln müssen: Die Prüfer des Rechnungshofes finden viele Schwachstellen beim Hypo-Desaster.
Österreich

Rechnungshof lässt kein gutes Haar an Hypo-Verstaatlichung

Das Finanzministerium holte vor der Notverstaatlichung erst sehr spät konkrete Infos zur Hypo ein. Die Aufsichtsstellen hätten zu lange praktisch nebeneinander hergearbeitet, so RH-Präsident Moser.

General view of the headquarters of defunct Austrian lender Hypo Alpe Adria  in Klagenfurt
Österreich

Länder streiten um Hypo-Schulden

Tirols Landeshauptmann, Günther Platter, fürchtet "Super-GAU", wenn nicht alle zahlen.
Wirtschaftsrecht

Bad Bank: Moratorium ruft Juristen auf den Plan

Die Heta-Gläubiger wehren sich gegen den FMA-Bescheid. Sie bezweifeln, dass die Abwicklung der Bad Bank EU-konform abläuft. Die Anwälte der Gegenseite widersprechen.
SONDERSITZUNG DES NATIONALRATES: FAYMANN/MITTERLEHNER
Österreich

Faymann: Heta-Lösung war "gut überlegte Sache"

Die Regierung unterstütze Finanzminster Schellings Entscheidung, sagte der Bundeskanzler. Ein vertraulicher Ministerrat sei notwendig gewesen, um die Abläufe nicht zu stören.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.