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Wiener AKH im Notbetrieb: Betriebsversammlung läuft

Teilnehmer einer Betriebsversammlung der Ärzte am Wiener AKH am 11. März 2015.
Teilnehmer einer Betriebsversammlung der Ärzte am Wiener AKH am 11. März 2015.(c) APA (HERBERT NEUBAUER)
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Während mehrere hundert Ärzte an der Versammlung teilnehmen, haben Ambulanzen für dringende Fälle geöffnet. Planbares wurde vorab verschoben.

Mehrere hundert Ärzte haben sich am Mittwochvormittag im Wiener AKH versammelt, um bei einer Betriebsversammlung eine rasche Lösung in der Frage der Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes zu fordern. "Die Stimmung ist nicht gut, die Kollegen sind durchaus besorgt und es ist auch mir unverständlich, warum es nicht gelingt, hier eine sinnvolle Lösung zu finden", kritisierte der Präsident der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres. In anderen Bundesländern wie etwa in Niederösterreich sei es schon vor zwei Jahren in aller Ruhe gelungen, das neue Arbeitszeitgesetz umzusetzen.

Mit der ausgedehnten Betriebsversammlung wolle man ein  klares Signal setzen, betonte Betriebsrat Martin Andreas. "Es zeigt, dass die Kollegen eine rasche Lösung wollen und sich das auch von der Politik erwarten", meinte er. Dass die Ärzte der städtischen Spitäler kürzlich mit großer Mehrheit die Einigung zwischen Stadt und Krankenanstaltenverbund (KAV) abgelehnt haben, wirke sich zwar nicht direkt auf die AKH-Verhandlungen aus. "Aber es zeigt, dass es keine Lösung geben kann, die nicht von den Kollegen mitgetragen wird", so Andreas.

Kein Chaos trotz Notbetrieb

Während der Versammlung lief das größte Spital Österreichs nur im Notbetrieb. Lange Warteschlangen waren aber kaum zu sehen, die Gänge des Spitals waren im Vergleich zu anderen Tagen eher leer. Ambulanzen seien für dringende Fälle geöffnet, planbare Untersuchungen bzw. Therapien sowie planbare Operationen seien bereits im Vorfeld verschoben worden, erklärte das Rektorat. Man sei bemüht, den Tag mit möglichst wenig Problemen für die Patienten abzuwickeln. Für Akutfälle werde es gar keine Auswirkungen geben, wurde versprochen.

Den Unmut der Patienten fürchtet Szekeres nicht: "Ich habe nicht das Gefühl, dass die Patenten grantig sind. Die haben sich darauf eingestellt, es sind weniger Menschen hier als sonst." Im Endeffekt gehe es eben darum, das Gesundheitssystem zu erhalten. "Ich kann nicht in den Krankenhäusern herunterfahren, im niedergelassenen Bereich herunterfahren und dann den Best Point of Service suchen. Denn dann haben wir einen No Point of Service", meinte er.

(APA)