Die viertgrößte Bank Österreichs erlitt einen Verlust von 152 Mio. Euro. Im Jahr davor hatte es noch einen Gewinn von 220 Mio. Euro gegeben.
Wien (b.l.). Das abgelaufene Jahr war für die Volksbank AG (ÖVAG) kein gutes. Allein der Notverkauf der Kommunalkredit an den Staat um einen Euro verursachte in der Bilanz des Vorjahres Wertberichtigungen in Höhe von 584 Mio. Euro. Dazu kamen Abschreibungen auf Wertpapiere (Lehman Brothers und Island) sowie beim Immobilienentwickler Europolis. Dessen Firmenwert wurde auf null gesetzt, was die Bilanz mit weiteren 170 Mio. Euro belastete. Mit der Bilanz 2008 seien nun aber die meisten großen Wertberichtigungen erledigt, sagte der scheidende ÖVAG-Chef, Franz Pinkl.
Unterm Strich blieb der viertgrößten Bank Österreichs ein Nettoverlust von 152 Mio. Euro. Im Jahr davor hatte es noch einen Gewinn von 220 Mio. Euro gegeben. Die Bilanzsumme der Bank ging von 78,6 auf 52,9 Mrd. Euro zurück. Im Jahr 2007 trug aber noch die Kommunalkredit zur Höhe der Bilanzsumme bei. Ohne diesen Effekt hätte es ein Plus von 16Prozent gegeben.
Pinkl: „Kein schwerer Fehler“
Gestern, Dienstag, langte bei der Volksbank AG staatliches Partizipationskapital in Höhe von einer Mrd. Euro ein. Es diene lediglich der Stärkung der Kapitalbasis, betonte Pinkl. Er war, wie berichtet, nach Unstimmigkeiten um die Ausrichtung der Bank Ende April zurückgetreten und wird nun Chef der Kärntner Hypo Alpe Adria. Wer ihm nachfolgt, ist noch offen. Schwere Fehler habe er nicht gemacht, betonte Pinkl. Er hatte der ÖVAG seinen Rücktritt angeboten, sollte er schwere Fehler im Zusammenhang mit der Kommunalkredit begangen haben. Ein entsprechendes Gutachten liegt noch nicht vor.
Die Aktionäre der ÖVAG (darunter die Volksbanken Holding, die Ergo Versicherung, die DZ Bank-Gruppe und die RZB sowie ein kleiner Streubesitz) sollen heuer keine Dividende erhalten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.04.2009)