Mistkübel als "Dosenkavalier": Image-Kampagne auf lustig

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Die Wiener Mistkübel sollen mit lustigen Sprüchen mehr Aufmerksamkeit erregen. Zur Auswahl stehen etwa "Dreck-Queen", "Kübeltäter" und "Blickfang. Die kritische Reaktion der FPÖ: "Bruhahaaa!"

Wer künftig seinen Müll in einen der 15.000 Wiener Mistkübel wirft, wird dabei mit Wiener Schmäh empfangen: Die Stadt hat dazu am Mittwoch ein Casting der besten Sprüche ausgerufen, die künftig auf den Abfallbehältern angebracht werden sollen. Das Spektrum der Vorgaben, aus denen Müllhumoristen auswählen können, reicht dabei von "Für Kübeltäter" über "Ganz Wien bleibt clean" bis hin zu "Ich bin eine Dreck-Queen".

Noch bis 4. Mai können Interessierte im Internet zwischen "Asche in mein Haupt", "Dosenkavalier" und 28 anderen Einzeilern wählen, die überwiegend von den MA 48-Mitarbeitern selbst stammen. Die zehn Sprüche, die beim Wettbewerb die meisten Stimmen erhalten, werden dann ab Anfang Juni in der Stadt affichiert.

Ziel des Beklebens der Mistkübel mit derlei Sprüchen ist, noch mehr Aufmerksamkeit unter den Passanten zu erregen. Zu diesem Zweck hatte man bereits im Zuge der von Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) initiierten Aktion "Saubere Stadt" die Zahl der Mistkübel von 14.000 auf 15.000 erhöht und alle Behälter mit orangefarbener Banderole und ebensolcher Lippe, wie die Einwurföffnung offiziell heißt, versehen. Auch werden sukzessive alle Exemplare mit Aschenrohren für die Zigarettenstummel ausgerüstet.

Wenig amüsiert von der neuen Aktion zeigte sich am Mittwoch FPÖ-Umweltsprecherin Veronika Matiasek. "Bruhahaaa - 'witzige' Mistkübelsprüche in den Müll", lautet der Titel ihrer Aussendung. "Fetzen, Sima setzen!", wäre ein oberlustiger Spruch, der ihr dagegen zur neuen Sima-Aktion einfalle. Denn während grillende Zuwanderer an jedem schönen Tag Müllberge hinterließen, betreibe die Umweltstadträtin lediglich Werbung in eigener Sache.

(APA)