AK will Ampelkennzeichnung für Finanzprodukte

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Seit Ausbruch der Finanzkrise laufen bei der Arbeiterkammer die Telefone heiß. Die AK-Beratungen rund ums Geld haben sich seit Oktober verdoppelt. "Die Finanzprodukte werden immer komplizierter", kritisierte Harald Glatz, Leiter der Abteilung Konsumentenpolitik bei der AK Wien. Die AK sprach sich für eine "Ampelkennzeichnung" bei Finanzprodukten und für deutschsprachige Kapitalmarktprospekte aus.

Im Vorjahr verzeichneten die Arbeiterkammern rund 50.000 Anfragen zu Finanzdienstleistungen und -produkten, so Glatz. Seit Jänner 2009 drehen sich die Anfragen vor allem um die Einlagensicherung bei Sparbüchern, um Verluste bei Fondspolizzen und Wertpapieranlagen, aber auch um Ansparprodukte im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Nachfrage nach Finanzprodukten massiv gestiegen. Die Politik habe sich aus der Altersvorsorge zurückgezogen, parallel dazu seien Wertpapiere und Co. "aggressiv verkauft" und teils irreführend beworben worden. Die Produkte seien vielfach so gestaltet worden, dass sie für die normalen Anleger unverständlich sind.

"Die Finanzprodukte sollen konsumentengerechter werden", so Glatz. Mehr Sicherheit brauche es vor allem bei Altersvorsorge-Produkten. Auch mehr Flexibilität, etwa kürzere Mindestbindungsfristen, sei nötig. "Oft kommt man kaum raus", kritisierte der AK-Experte.

Besonders wichtig sei mehr Transparenz. In der Werbung würden die Papiere vielfach gleich einem Sparbuch dargestellt, auch im Verkaufsprospekt überwiegen die Positiva.

(APA)

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