Auto: Cabrio-Spezialist Karmann ist pleite

Wien (ag./jaz). Der deutsche Autozulieferer und Auftragsfertiger Karmann ist insolvent. Der drastische Umsatzrückgang habe dazu geführt, dass der mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarte Sozialplan nicht mehr finanzierbar sei, teilte das mehr als 100 Jahre alte Traditionsunternehmen mit. Karmann beschäftigt inklusive Tochtergesellschaften weltweit rund 8000 Mitarbeiter. Etwa 3500 sind durch den Insolvenzantrag betroffen, keine davon in Österreich. Man hoffe, so viele Arbeitsplätze wie möglich halten zu können, heißt es von Karmann.

Karmann erlangte durch den auf dem VW Käfer basierenden Karmann Ghia Bekanntheit. Später produzierte das Unternehmen vor allem für VW Nischenmodelle. Das Käfer- und das Golf-Cabrio oder die Sportmodelle Scirocco und Corrado kamen allesamt aus dem Werk in Osnabrück. Auch für BMW, Mercedes, Porsche oder Chrysler war Karmann tätig. In jüngster Zeit holten die Hersteller Nischenmodelle jedoch immer öfter ins eigene Haus. Hinzu kam die Konkurrenz von anderen Auftragsfertigern wie Magna Steyr in Graz. Die Grazer gaben Karmann schlussendlich den Todesstoß, indem sie sich bei der Vergabe des Mini Geländewagens durchsetzten.

Karmann will nun ein Sanierungsprogramm fahren und mit gesunden Unternehmensteilen – beispielsweise der Produktion von Metall-Cabriodächern – weiterhin aktiv bleiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2009)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.