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Heta: Commerzbank zittert um 400 Millionen Euro

11 02 2015 Frankfurt DEU Die Hauptverwaltung der Commerzbank AG und das Logo einer Commerzbank Fi
imago/Hannelore Förster
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Das zweitgrößte deutsche Geldhaus will alle geschäftlichen und juristischen Optionen prüfen.

Die deutsche Commerzbank muss wegen des Schuldenmoratoriums der österreichischen Hypo-Abbaueinheit Heta zittern. Man besitze Hypo-Anleihen in Höhe von rund 400 Millionen Euro, erklärte das zweitgrößte deutsche Geldhaus in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht. "Aktuell werden bei der Bank alle geschäftlichen und juristischen Optionen geprüft." Mögliche Belastungen durch die Bonds, für die es eine Garantie des Bundeslands Kärnten gibt, würde die Commerzbank in den kommenden Quartalen berücksichtigen.

In Deutschland halten zahlreiche Finanzinstitute Hypo-Anleihen und blicken deshalb sorgenvoll nach Österreich. Die österreichische Finanzaufsicht FMA hat eine Kapitallücke bei der Hypo-Bad-Bank Heta entdeckt und Anfang März angeordnet, die Rückzahlung ausstehender Anleihen bis Ende Mai 2016 zu stoppen. Mit diesem Schritt verschafft sich die Alpenrepublik Zeit, um mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu verhandeln. Am Markt werden Hypo-Bonds Finanzkreisen zufolge derzeit für knapp 60 Prozent ihres Nominalwerts gehandelt.

BayernLB hat mehr als zwei Milliarden im Feuer

Am meisten leiden unter einem Zahlungsausfall der Hypo würde in Deutschland die BayernLB, die mehr als zwei Milliarden Euro an ihre Ex-Tochter verliehen hat. Die Bayern haben Finanzkreisen zufolge deshalb 2014 hohe Rückstellungen gebildet, werden jedoch trotzdem weiter eine harte Kernkapitalquote von mehr als zehn Prozent aufweisen. Die Düsseldorfer Hypothekenbank, die rund 350 Millionen Euro in Hypo-Bonds investiert hat, musste dagegen am Wochenende vom Einlagensicherungsfonds des Privatbankenverbands BdB gerettet werden.

Commerzbank-Chef Martin Blessing zog angesichts der Hypo/Heta-Gläubigerbeteiligung bereits vorige Woche die öffentlichen Garantien für deutsche Landesbanken in Zweifel.

In Österreich versuche die Regierung offenbar, mit Hilfe eines Gesetzes Garantieverpflichtungen für das Institut zu umgehen, so Blessing vorigen Donnerstag in London: "Das Papier der Hypo Alpe Adria galt als risikofrei, weil es mit einer Garantie eines österreichischen Bundeslandes versehen war. Indem diese nun umgangen wird - wie kann man dann noch Papiere deutscher Landesbanken mit Staatsgarantien als risikolos einstufen?"

(APA/Reuters)