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Terror in Tunis: Mindestens 17 Urlauber getötet

Großeinsatz der SicherheitskräfteAPA/EPA/MOHAMED MESSARA
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Unbekannte hatten im Nationalmuseum neben dem Parlament das Feuer eröffnet und Geiseln genommen. Auch ein Tunesier und ein Polizist starben.

Unbekannte haben am Mittwoch das Nationalmuseum neben dem Parlamentsgebäude in Tunis angegriffen und Dutzende Besucher als Geislen genommen. Zahlreiche Schüsse fielen im Herzen der tunesischen Hauptstadt. Die Geiselnahme ist mittlerweile beendet. Die Terroristen töteten 19 Menschen, darunter seien 17 ausländische Touristen sowie ein Tunesier und ein Polizist.

Der Beamte starb offenbar bei der Operation zur Befreiung der Geiseln. Bei dem Einsatz wurden auch zwei Angreifer getötet. Ein dritter Terrorist wurde festgenommen. Es handelt sich ersten Berichten zufolge um einen 22-jährigen Studenten. Die Geiselnahme ist beendet.

Der Terror-Angriff hatte vor dem Nationalmuseum begonnen. Drei in Armeeuniformen verkleidete Terroristen schossen dort auf einen Kleinbus. Dabei wurden mehrere  Urlauber und der Tunesier getötet. Es war zunächst nicht klar, ob es sich bei den Angreifern um die späteren Geiselnehmer im Museum handelte.

Mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffneten Männer brachten danach im Museum zahlreiche Touristen in ihre Gewalt, wie ein Sprecher des tunesischen Innenministeriums bestätigte. In dem Museum waren zum Zeitpunkt des Angriffs rund 200 Menschen, ein großer Teil konnte sofort fliehen. Dutzende Museumsbesucher wurden aber festgehalten. "Hier schießen alle dauernd. Bitte helft uns", schrieb eine Geisel auf Twitter. Dann der Zugriff. Sicherheitskräfte stürmten das Gebäude.

Schon zuvor war das benachbarte Parlament wegen des Terror-Angriffs evakuiert worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs wurde ein Anti-Terror-Gesetz diskutiert. Auch der Justizminister war anwesend.

APA/EPA/MOHAMED MESSARA

Die Lage in Tunesien ist schon länger angespannt:  Tunesiens Streitkräfte kämpfen gegen Islamisten, die sich nach der Revolution gegen den langjährigen Machthaber Zine El-Abidine Ben Ali 2011 formierten. Außerdem befürchtet die Regierung, dass Tunesier, die sich in Syrien und im Irak der radikalen Miliz Islamischer Staat angeschlossen haben, in ihre Heimat zurückkehren und Anschläge verüben könnten. Angeblich soll nur Stunden vor dem Angriff ein Antiterror-Einsatz im Norden der Hauptstadt über die Bühne gegangen sein. Unter den Festgenommenen waren sieben Jihadisten, die in Syrien gekämpft haben.

Der folgenschwerste Terroranschlag in Tunesien ereignete sich übrigens am 11. April 2002 auf der beliebten Ferieninsel Djerba. Damals handelte es sich um ein jüdisches Ziel: Ein Attentäter sprengte sich in einem mit 5000 Litern Flüssiggas beladenen Lastwagen in die Luft und riss dabei 21 Menschen in den Tod, darunter 14 deutsche Staatsbürger. Der Anschlag hat dem Image des Tourismuslands Tunesien damals schweren Schaden zugefügt, die Angst vor weiteren Attentaten war groß. Dennoch blieb es in dieser Hinsicht mehr als zehn Jahre lang ruhig, bis sich im Oktober 2013 im Badeort Sousse an der Ostküste des Landes ein Selbstmordattentäter am Strand in die Luft sprengte. Außer dem Täter gab es damals keine weiteren Toten oder Verletzten. In der nahen Stadt Monastir konnte ein zweiter Attentäter festgenommen werden.

(red./ag.)