Zarif und Kerry melden Fortschritte bei Atomverhandlungen

US-Außenminister Kerry bei einer Pause der Atomgespräche in Lausanne.
US-Außenminister Kerry bei einer Pause der Atomgespräche in Lausanne.(c) APA/EPA/LAURENT GILLIERON
  • Drucken

"Es gibt aber noch Bereiche, die gelöst werden müssen", sagt Irans Außenminister Zarif. Ein europäischer Unterhändler sieht keine Einigung in Sicht.

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif und US-Außenminister John Kerry haben sich am Donnerstag optimistisch in Bezug auf die laufenden Atomgespräche in Lausanne geäußert. Kerry und Zarif sprachen von Fortschritten.

"Wir diskutieren einige schwierige Themen, aber wir haben Fortschritte erzielt", sagte Kerry laut Medienberichten gegenüber Journalisten in Lausanne. "Wir machen Fortschritte", meinte auch Zarif unabhängig von Kerry. "Es gibt aber noch Bereiche, die gelöst werden müssen", ergänzte er.

Als Journalisten nachfragten, welche Bereiche denn das seien, meinte Zarif, "alle Bereiche, nein, einige Bereiche". Zarif bekräftigte sein Angebot, auch während den Feierlichkeiten zum iranischen Neujahr ab Freitag in Lausanne zu bleiben, um einen politischen Rahmendeal mit dem Westen zu erzielen.

Baldige Vereinbarung nicht wahrscheinlich

Ganz anders klingt die Stellungnahme eines europäischen Diplomaten. Der Iran und Vertreter westlicher Staaten sind nach Angaben eines europäischen Diplomaten noch "ziemlich weit" von einer Einigung im Atomstreit entfernt. Er glaube nicht, dass bis Freitagabend eine Grundsatzvereinbarung ausgehandelt werden könne, sagte der Unterhändler laut Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Er warf der iranischen Seite wechselhaftes Verhalten in den Gesprächen vor: "Die Iraner machen einen Schritt vor, einen Schritt zurück - es ändert sich täglich", sagte der Diplomat in Lausanne.

Am Donnerstag wird auf politischer und technischer Ebene weiterverhandelt. Bis Ende März will die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland eine politische Grundsatzvereinbarung mit Teheran erzielen.

Danach wird bis Anfang Juli ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die in dem Streit verhängten internationalen Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Der UN-Sicherheitsrat müsste eine Aufhebung der Sanktionen beschließen
Außenpolitik

Atomstreit: Bereits Gespräche über Ende der Iran-Sanktionen

Während noch an einem Abkommen gefeilt wird, basteln die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran bereits an einer UN-Resolution.
Scharfe Worte von Ayatollah Khamenei
Außenpolitik

Atomstreit: Khamenei wirft Westen Täuschung vor

Irans geistliches Oberhaupt reagiert auf den Brief von 47 US-Senatoren, die Präsident Obama vor einem Atom-Abkommen mit dem Iran warnen.
Außenpolitik

USA: Obamas republikanische Brieffeinde

In einem Schreiben an Irans Führer sprechen 47 US-Senatoren Präsident Obama das Recht ab, ein Atomabkommen zu schließen.
Eine endgültige Einiguns oll bis 30. Juni stehen.
Außenpolitik

Kerry warnt vor Scheitern von Atomverhandlungen

Der US-Außenminister wird am Freitag an den finalen Verhandlungen in Wien teilnehmen. Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif kommt am Samstag ebenfalls.
Außenpolitik

Atomstreit: Wiener Gipfel fix

Die EU bestätigt: Die Endrunde findet in Wien statt. Das Parlament in Teheran will Inspektionen von Militäranlagen verbieten.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.