Den Bauch entscheiden lassen - aber richtig

Kolumne. Warum die Intuition für unfehlbar gehalten wird.

Manche Führungskräfte legen auf die Feststellung Wert, weniger Bauchmenschen zu sein als sehr rational zu entscheiden. Das ist gut, wenn es um Rechenaufgaben geht.

Manche Führungskräfte legen auf die Feststellung Wert, weniger Kopfmenschen zu sein als auf den Bauch zu hören. Das ist gut, wenn es um Essensbestellungen geht.

Nur Bauch- oder Kopfentscheidungen zu treffen ist sicher nicht die optimale Lösung. Besser erscheint die Mischung gemäß der paradoxen Entscheidungsregel: Alle verfügbaren Fakten rational durchdringen und dann intuitiv entscheiden.

Auffallend ist, dass die Rationalität schlecht beleumundet ist, der Intuition hingegen gehuldigt wird. Das ist insofern nachvollziehbar, als das Denken an sich anstrengend ist – und daher vom Menschen nach Möglichkeit wie alles Anstrengende ver- und gemieden wird.

Dass die Intuition allerdings gleichsam unter dem Schutz eines Unfehlbarkeitsdogmas steht, geht dann aber doch zu weit. Schließlich wird scheinbar immer „intuitiv richtig“ gehandelt. Oder hat jemand jemals zugegeben, intuitiv falsch gehandelt zu haben?