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In Europa ist das Fliegen am sichersten

(c) REUTERS (KIRSTEN NEUMANN)
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Die meisten Abstürze seit 1945 ereigneten sich in den USA und Russland.

Wien. Für Europa, wo das Sicherheitsniveau des Flugverkehrs trotz dessen enormer Dichte zu den weltbesten zählt, ist das Unglück in Frankreich eines der größten seit Langem. Erst im Juli 2014 war zwar über der Ukraine eine malaysische Boeing777 abgestürzt (298 Tote), Ursache dürfte aber ein Abschuss durch eine Rakete gewesen sein.

Im September 2011 starben 36 Menschen beim Absturz einer Jakoklew Jak-42 der russischen Firma YAK Service beim Flug von Jaroslawl nach Minsk, dabei starb fast das ganze Team des Eishockeyclubs Lokomotive Jaroslawl. 47 Menschen starben beim Crash einer Tupolew Tu-134 der russischen RusAir beim Landeanflug auf Moskau, Juni 2011. Ebenfalls in Osteuropa geschah jenes Unglück, bei dem im April 2010 Polens Präsident Lech Kaczyński umkam: Seine Tupolew Tu-154 fiel beim Landeanflug auf Smolensk (Russland) in einen Wald (96 Tote).

Man muss bis August 2008 zurückgehen, um auf eine ähnliche Opferzahl wie jetzt zu kommen: Damals misslang in Madrid der Start einer MD-82 der SpanAir (154 Tote). Und erneut in Osteuropa – über der Ukraine – fiel im August 2006 eine Tu-154 der russischen Firma Pulkovo während eines Gewitters vom Himmel (170 Tote).

Im Juni 2009 starben 228 Menschen in einem Airbus A-330 der Air France – aber der war auf dem Weg von Brasilien nach Frankreich ins Meer gestürzt. Das weiterhin schwerste Flugzeugunglück in Frankreich war im März 1974: Da stürzte eine DC-10 der THY (heute Turkish Airlines) unmittelbar nach dem Start in Paris ab (346 Tote).

 

Tod auf Teneriffa

Die Liste des Flug-Todes wird immer noch von der Katastrophe von Teneriffa (27. März 1977) angeführt: Da krachte eine Boeing 747 der KLM beim Start in dichtem Nebel in eine die Piste kreuzende 747 der Pan Am. Beide fingen Feuer, 583 Menschen starben, im US-Jumbo überlebten 61 Menschen.

Am riskantesten ist die Luftfahrt statistisch in Afrika: Dort ereignen sich etwa ein Fünftel aller Flug-Unfälle, obwohl Afrika nur drei Prozent des Flugverkehrs hat. In Europa gab es seit 1945 absolut aber viel mehr Flug-Tote (ca. 23.500) als in Afrika (8200). Freilich passierten seit 1945 die meisten Crashs in den USA (ca. 780), Russland (326), Kanada (177) und Brasilien (176). (wg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.03.2015)