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Wien: Servitenviertel bald ohne Serviten

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Zu hohe Kosten und zu wenig Nachwuchs zwingen Orden zum Sparen, der Abzug droht. Bürger wehren sich.

Wien. Ausgerechnet während der Osterfeiertage geht es in der Pfarre Rossau in Wien-Alsergrund alles andere als friedlich zu. Zeitgleich mit dem Fest der Auferstehung Christi droht den 6000 Schäfchen nämlich der Abzug ihrer Seelsorger. Der Servitenorden steckt in Schwierigkeiten, die Schließung des Standortes steht zur Diskussion. In der Bevölkerung regt sich nun Widerstand.

Mit der Unterstützung von Geschäftsleuten und der Bezirks-ÖVP hat sich im betroffenen Grätzel, dem der seit 370 Jahren dort angesiedelte Konvent seinen Namen gibt, nun eine Bürgerinitiative gebildet. „Ein Servitenviertel ohne Serviten ist für uns nicht vorstellbar“, sagt Dietmar Hübsch von der Initiative „Pro Serviten“. Die Gemeinde sei sehr aktiv, habe ein gutes Verhältnis zu ihren vier Servitenbrüdern.

 

Entscheidung nach Ostern?

Bereits am 27.März war der Pfarrgemeinderat in internen Gesprächen von der Absicht der zuständigen Servitenprovinz in Innsbruck informiert worden, den Standort Wien mangels finanzieller und personeller Ressourcen zu schließen. Seit Sonntag läuft „mit großem Erfolg“ (Hübsch) eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung.

Der Prior des Konvents, Pater Gerhard Walder, rechnet damit, dass spätestens nach Ostern eine endgültige Entscheidung über den Standort getroffen wird, an dem er und seine drei Mitbrüder eine Kirche, ein Kloster, ein Studentenheim und eine Unterkunft für Asylwerber betreiben.

Beschließt Innsbruck tatsächlich die Schließung, werde er sich aufgrund seines Ordensgelübdes (das unter anderem zum Gehorsam verpflichtet) der Abberufung beugen. Zwischen den Zeilen ließ Walder durchblicken, dass er den Standort gerne erhalten würde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2009)