Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise will die deutsche Regierung die Zahlung von Kurzarbeitergeld noch einmal verlängern. Arbeitsminister Olaf Scholz kündigte am Wochenende an, die Bezugsdauer um ein weiteres halbes Jahr von 18 auf 24 Monate anzuheben. Eine derartige Forderung hatte zuvor auch die IG Metall erhoben.
Die Verlängerung der Bezugsdauer auf 24 Monate kündigte Bundesarbeitsminister Scholz in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" an. Das Kurzarbeitergeld habe Hunderttausende Kündigungen verhindert, sagte der SPD-Politiker und fügte hinzu: "Es ist ein einmaliges Instrument, das es so sonst nirgendwo auf der Welt gibt und um das uns viele beneiden." Es zeige, dass die Politik in der Krise nicht ohnmächtig sei.
Am 20. April kommt Scholz mit den Personalvorständen der Dax-30-Unternehmen zu einem weiteren Job-Gipfel in Berlin zusammen. Einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post" bestätigte ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Berlin. Scholz will mit den Managern über weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise sprechen. Dabei wird es auch um das Kurzarbeitergeld gehen.
Mit seinem Vorhaben dazu entspricht Scholz auch einer Forderung der IG Metall. "Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie die Instrumente der Arbeitsmarktpolitik an die Erfordernisse der Krise anpasst", hieß es dort. Dazu gehöre unter anderem die Verlängerung des Kurzarbeitergelds um sechs auf insgesamt 24 Monate. rt.
Auch der Chemiekonzern Bayer erwägt inzwischen die Einführung von Kurzarbeit in seiner Kunststoffsparte. Personalvorstand Richard Pott sagte der "Rheinischen Post", der Chemiekonzern könne Kurzarbeit in seiner Kunststoffsparte nicht ausschließen, wenn die Krise in diesem Ausmaß anhalte. Davon wären nach den Worten des Managers sämtliche deutsche Standorte betroffen. Seit Februar seien bereits Wochenarbeitszeit und Löhne für die 5.500 Mitarbeiter der Bayer Material Science in Deutschland um 6,7 Prozent gesenkt.
(APA)