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17-Jähriger schuld an Wurm-Attacke auf Twitter

Twitter
(c) DiePresse.com (Philip Splechtna)
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Am Wochenende wurde der Microblogging-Dienst von mehreren Wurm-Attacken geplagt. Zu einer davon hat sich nun ein 17-jähriger Schüler bekannt.

Wenn Twitter am Osterwochenende seine Nutzer genervt hat, war nicht der Betreiber des Internet-Dienstes Schuld. Die Server wurden von Samstag bis Montag viermal von einem Wurm angegriffen. Auf den infizierten Accounts wurden ohne Wissen ihrer Inhaber Beiträge veröffentlicht, die für einen twitter-ähnlichen Dienst, StalkDaily.com, warben.

Der Betreiber dieses Angebots, der 17-jährige Schüler Michael "Mikeyy" Mooney, gab zu, den Wurm auf den Twitter-Dienst angesetzt zu haben. Neben der Werbung für seinen eigenen Dienst habe er Schwachstellen von Twitter offenkundig machen wollen, sagte Mooney. Die gewaltige Wirkung habe ihn dann selbst überrascht. Weil der von dem Wurm ausgelöste Ansturm auf seine eigene Website den Server überlastet hat, nahm Mooney diese vom Netz. Er hoffe nun, dass die Sache keine juristischen Konsequenzen für ihn habe. "Twitter hat bisher seine Anfälligkeit (gegenüber einem Wurm) ignoriert", sagte Mooney. "Daher hoffe ich, dass sie jetzt auch mich ignorieren können."

Die Schadsoftware war so programmiert, dass sie sich selbst vervielfältigte, sobald jemand auf den Link in den manipulierten "Tweets" klickte. Passwörter oder andere persönliche Daten der infizierten Accounts seien nicht gestohlen worden, schrieb Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einem Blog-Beitrag. Um den Schaden zu beheben, wurden nahezu 10.000 Tweets gelöscht. "Wir untersuchen noch alle Details, säubern den Dienst und bleiben wachsam", erklärte Stone.

Am Montag hatte Twitter zudem vor einem weiteren Wurm gewarnt, der es auf Passwörter, Telefonnummern und andere sensible Daten abgesehen habe. Die Würmer verbreiten sich über die Browserversion von Twitter. Um einer möglichen Infektion zu entgehen, empfiehlt Twitter derzeit auf Anwendungen Dritter auszuweichen. Dazu gehören etwa die Firefox-Erweiterung Twitbin oder Desktop-Versionen wie das beliebte Twhirl.

Twitter wird von mehr als sechs Millionen Menschen genutzt, um kurze Mitteilungen bis zu einer Länge von 140 Zeichen zu verbreiten. Das sind oft private Belanglosigkeiten, zunehmend aber auch Informationen von Medien. Das steile Wachstum des vor drei Jahren gegründeten Dienstes hat Twitter vor Probleme bei Verfügbarkeit und Reaktionszeit gestellt. Twitter beschäftigt 30 Mitarbeiter, hat bisher aber noch kein Modell entwickelt, um Erlöse zu erzielen. Finanziert wird Twitter von einer Venture-Capital-Spritze im Umfang von 55 Millionen Dollar (41,4 Mio. Euro). Spekuliert wird immer wieder über einen Verkauf des populären Dienstes, wobei auch der Name Google fällt.

 

(Ag./Red.)