Deutsche Industrie mit größtem Einbruch seit 1991

APA (dpa)
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Die deutsche Industrie schlittert immer tiefer in die Krise: Nach den Aufträgen brachen im Februar auch die Umsätze in Rekordtempo weg. Das Verarbeitende Gewerbe nahm preis- und kalenderbereinigt 23,3 Prozent weniger ein als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Das ist der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung", sagte ein Statistiker.

Die westdeutschen Unternehmen meldeten sogar das größte Minus seit 1950. Die weltweite Wirtschaftskrise trifft besonders die exportabhängige Autoindustrie. Sie verkaufte 40 Prozent weniger.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet in den kommenden Monaten mit etwas geringeren Einbußen. "Die stärksten Rückgänge haben wir jetzt hinter uns", sagte DIHK-Konjunkturexperte Schlotböller zu Reuters. "Es wird zwar weiter nach unten gehen, allerdings nicht mehr so stark."

Im Vergleich zum Vormonat sank der Umsatz mit 4,3 Prozent bereits nicht mehr so deutlich wie im Jänner mit 6,6 Prozent. Die Abwrackprämie helfe kurzfristig der Autoindustrie, während Exportweltmeister Deutschland ab Jahresmitte von den globalen Konjunkturprogrammen profitieren dürfte, sagte Schlotböller.

Ähnlich sieht das der Deutschland-Chefvolkswirt der Citigroup, Jürgen Michels: "Die Fallgeschwindigkeit dürfte in den kommenden Monaten etwas nachlassen". Wachstum sei aber vorerst nicht in Sicht. Dagegen spricht vor allem die schlechte Auftragslage. Die Industrie erhielt im Februar gut ein Drittel weniger Bestellungen als vor einem Jahr - das war der größte Rückgang seit Beginn dieser Statistik 1962. Viele Betriebe hielten deshalb die Bänder an. Die Produktion in Industrie, Bau- und Energiewirtschaft fiel auf das Niveau des Rezessionsjahres 2003 zurück.

(APA)

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