"Lehrlings-Entwicklung ist schlichtweg furchterregend"

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der ehemalige Lehrlingsbeauftragte der Regierung schlägt Alarm: In den vergangenen sechs Jahren haben mehr als 7400 Lehrbetriebe in Österreich aufgegeben.

Egon Blum, ehemaliger Lehrlingsbeauftragter der Bundesregierung, schlägt Alarm ob des starken Rückganges von Ausbildungsbetrieben. "Die Realität in der Lehrlings-Entwicklung ist schlichtweg furchterregend und dramatisch, es herrscht Notstand am Lehrstellenmarkt", so Blum laut "Kurier" (Freitagausgabe) in einem Schreiben an die Sozialpartner.

So hätten von 2008 bis 2014 mehr als 7400 Lehrbetriebe in Österreich aufgegeben, die Lehrlingszahlen seien in diesem Zeitraum um mehr als 22.000 gesunken. Bei den Lehranfängern sei die Situation "noch dramatischer". Im Vorjahr hätten um fast 10.000 Jugendliche weniger eine Ausbildung begonnen als 2008.

Blum schlägt "Treuebonus" für Firmen vor

Der Lehrstellenschwund erfordere unverzügliche Maßnahmen, so Blum. Damit vor allem bei Kleinbetrieben die Hemmschwelle sinkt, das Handtuch zu werfen, schlägt Blum einen "Treuebonus" von 2000 Euro für maximal zwei Lehrlinge pro Firma und Jahr vor.

Die Kosten für diese Lehrlingsförderung beziffert er selbst mit 61 Millionen Euro. Als weiteren Anreiz regt er unter anderem einen "Qualitätsbonus" von 3000 Euro nach dem zweiten Lehrjahr inkl. Qualifikationsnachweis an.

>> Bericht im "Kurier"