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Chinas Firmen im Kaufrausch: "Stürmt hinaus in die Welt"

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Die Aufforderung kommt von der Staatsspitze. Mit 22 Billionen Dollar in der Kasse haben chinesische Unternehmen zunehmend kleine Firmen rund um den Globus im Visier.

Der Impuls kommt von ganz oben. Erst Anfang April habe Premier Li Keqiang seinen Unternehmern die Devise ausgegeben: "Stürmt hinaus in die Welt". Nun machen sich Chinas Firmen mit 22 Billionen Dollar (20,42 Billionen Euro) in der Kasse auf Shopping-Tour rund um den Globus. Das Land hat die Bestimmungen für Auslandsinvestitionen gelockert. Genehmigungen für chinesische Firmen werden nun innerhalb von drei Tagen erteilt, selbst Staatsfirmen brauchen maximal 20 Tage, bis sie Grünes Licht für eine Auslandsinvestition sehen. 

Alleine 2014 betrugen Chinas Auslandsinvestitionen 116 Milliarden. Dollar, so Xingle Gao, seit heuer Chinas Wirtschaftsrat in Österreich. Inzwischen fließen gleich viel Investitionen aus China hinaus wie nach China herein. Insgesamt habe China bisher in 30.000 Projekte rund 600 Milliarden Dollar investiert.

Chinesische Auslandsinvestitionen
Chinesische Auslandsinvestitionen(c) APA

Osteuropa im Fokus

Und Staatspräsident Xi Jinping hat in den letzten sechs Monaten mit großen Wirtschaftsdelegationen ein halbes Dutzend Länder bereist, erläuterte Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Hongkong, Christian Schiesser, am Donnerstag in Wien in einem dicht mit österreichischen Unternehmern gefüllten Saal.

In China wird dabei das Projekt "Seidenstraße" ganz groß geschrieben: In Staaten mit Finanznot, die im weitesten Sinn an der historischen Seidenstraße liegen, will China investieren, vor allem in Infrastruktur. Mit dem Geld kommen chinesische Firmen und Know-how. Innerhalb dieser Strategie ist Osteuropa ein eigener Schwerpunkt. Europa werde angesichts des strategischen Zugangs Chinas "nass-kalt erwischt", meint Schiesser. Es fehle die "geo-ökonomische Strategie".

Geschäftsvisa dauern zu lange

Österreich droht bei diesem Boom leer auszugehen, warnt Schiesser. Lediglich fünf chinesische Firmen haben im Vorjahr den Weg nach Österreich gefunden. Das Land sei am chinesischen Radar nicht wahrnehmbar, was nicht nur an der Kleinheit liegt. Während chinesische Investitionen in Österreich 0,14 Mrd. Euro betragen, sind es in der Schweiz 8,2 Mrd. Euro, in Griechenland 5,5 Mrd. Euro. Nur rund 20 Projekte wurden bisher in Österreich verwirklicht, bedauert Gao.

In den letzten Jahren habe sich die Aufmerksamkeit Chinas eher auf größere Länder gerichtet, nun werden aber Länder wie Österreich interessanter, daher "gibt es ein riesiges Potenzial für die Zukunft". Solange aber Geschäftsvisa bis zu drei Monate dauern, sei die Zusammenarbeit schwierig, vermerkte Gao. In Frankreich gehe das in drei Tagen, vergleich Schiesser.

600 österreiche Firmen in China aktiv

Im Gegenzug haben zwar österreichische Firmen bisher rund 3,5 Milliarden Euro in China investiert und 600 Firmen sind mit knapp 1000 Niederlassungen in China aktiv, wie Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaftsorganisation der WKÖ vorrechnet. Aber die Anzahl der Projekte geht seit 2003 zurück, relativiert Schiesser.

Das Marken-Portfolio mit chinesischer Beteiligung ist weltweit breit gestreut: Dazu gehören Pirelli, Club Med, Marionnaud, Rosneft, Deutsche Bank oder IBM, in Österreich Steyr Motors, ATB, Rosenberger (Raststätten), Huber Tricot und Palfinger.

 

(APA)