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Irak: IS-Video zeigt Zerstörung der Ruinen von Nimrud

Gut erhaltener Tempel in Hatra.
Gut erhaltener Tempel in Hatra.(c) EPA (Philippe Desmazes)
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Mossul, Ninive, Nimrud und Hatra: Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" setzt die Vernichtung altorientalischer Kulturstätten im Nordirak fort.

Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat am Samstag ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung der Ruinen der antiken Stadt Nimrud im Nordirak zeigt. Die Aufnahmen des nicht genau datierten Videos lassen vermuten, dass die Stätte am Ufer des Tigris, rund 30 Kilometer südöstlich von Mossul, von den Islamisten vollständig zerstört wurde.

Unter anderem ist zu sehen, wie sie Pulverfässer in einen Raum mit Darstellungen assyrischer Gottheiten rollen. Danach zeigt die Kamera eine gewaltige Explosion. "Wann immer wir irgendwo die Zeichen des Götzendienstes beseitigen können, werden wir das tun", sagt einer der Islamisten am Ende des Videos. Über die Zerstörung von Nimrud war Anfang März berichtet geworden; deren Ausmaß war aber zunächst nicht bekannt.

Die IS-Kämpfer hatten zuvor auch Kulturschätze in Mossul zerstört. Die Zerstörungen sind Teil einer systematischen Kampagne, um das geschichtliche Erbe der Region auszulöschen. Gemäß der extremen Ideologie der Jihadisten sind Götterbilder und Heiligengräber verboten, da nichts außer Gott selbst angebetet werden dürfe.

Die antike Stadt Nimrud wurde im 13. Jahrhundert vor Christus gegründet und war zeitweise Hauptstadt des assyrischen Reiches. In der assyrischen Ära hieß die Stadt Kalach oder Kalchu, Nimrud ist ihr späterer arabischer Name. Die UN-Kulturorganisation Unesco bezeichnete die Zerstörung von Nimrud als "Kriegsverbrechen".

Die Hauptsadt der Assyrer

Nimrud wurde im 13. Jahrhundert vor Christus gegründet und liegt am Ufer des Tigris knapp 40 Kilometer südöstlich von Mossul im Norden des Iraks. Die Assyrer hatten ihre zeitweilige Hauptstadt ursprünglich Kalach genannt; der neuere Name geht auf den altorientalischen König Nimrod zurück. Der Legende nach gründete er das Herrschergeschlecht, aus dem die Assyrer hervorgingen.

Beim Untergang des Reiches wurde Nimrud 612 vor Christus zerstört. Im 19. Jahrhundert wurde es von britischen Archäologen wiederentdeckt. Im Juli 2003 präsentierte das Nationalmuseum in Bagdad der Weltöffentlichkeit erstmals den Goldschatz von Nimrud, eine Prachtsammlung von 3.000 Jahre alten assyrischen Goldgegenständen. Die von einem irakischen Archäologen zwischen 1988 und 1992 ausgegrabenen Goldarbeiten waren zuvor in einem Banksafe gelagert. Der einzigartige Schatz blieb von den Plünderungen verschont, denen im Gefolge der US-Invasion Tausende Kunstgegenstände im Irak zum Opfer fielen.

(APA/AFP)