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Grass über Grass: "Ich bin ein lebenslustiger Pessimist"

Mit seinen Aussagen löste der am Montag verstorbene Literaturnobelpreisträger Günter Grass so manche Kontroverse aus. Die besten Zitate.

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass verstarb am Montag im Alter von 87 Jahren. Mit seinen Aussagen löste er so manche Kontroverse aus:

Grass über sich und sein Schreiben:

"Demokratische Altlinke, Fossile wie ich, machen aber weiter den Mund auf." (bei einer Lesung in Berlin, 1992)

"Was aus Liebe dem eigenen Land zugemutet ward, wurde als Nestbeschmutzung gelesen. Seitdem gelte ich als umstritten." (aus der Nobel-Vorlesung in Stockholm, 1999)

"Ich bin ein lebenslustiger Pessimist." (bei einer Lesung in Hannover, 2001)

"Ich habe das (...) immer als einen Makel empfunden, der mich bedrückt hat und über den ich nicht sprechen konnte." (zu seiner spät eingestandenen Mitgliedschaft als junger Mann in der Waffen-SS in einem Interview mit der dpa, 2006)

"Schreiben bietet die Möglichkeit, absolut verlorene Dinge (...) mit literarischen Mitteln wieder entstehen lassen zu können." (in einem Interview mit der dpa, 2007)

Über den Literaturbetrieb:

"Wir haben ja zwei polnische Päpste. Der eine, in Rom, meint unfehlbar in Fragen sexueller Praxis zu sein. Ich habe da meine Zweifel. Der andere, in Frankfurt, meint unfehlbar im Urteil über Literatur zu sein. Auch da habe ich meine Zweifel." (Über den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, 1995)

Über Politik:

"Hässlich sieht diese Einheit aus." (in einem Vortrag auf der ersten gesamtdeutschen Fraktionssitzung der Grünen/Bündnis 90, 1990)

"Demokratie ist kein fester Besitz. (...) Zurzeit sind wir dabei, sie zu demontieren." (in einem Interview mit der dpa, 2007)

"Schafft eine Kulturabgabe, die auch an die Reichen rangeht, sonst kann man den Begriff Kulturnation streichen." (zum Auftakt seiner Wahlkampfreise für die SPD, 2009)

"Es ist mir aufgefallen, dass in einem demokratischen Land, in dem Pressefreiheit herrscht, eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund steht und eine Weigerung, auf den Inhalt, die Fragestellungen, die ich hier anführe, überhaupt einzugehen." (im NDR zur Empörung über sein Israel-kritisches Gedicht "Was gesagt werden muss", April 2012)

(APA/dpa)