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Nach langer Suche: Krautwaschl wird neuer Grazer Bischof

Wilhelm Krautwaschl wird Nachfolger von Egon Kapellari als Bischof von Graz.
Wilhelm Krautwaschl wird Nachfolger von Egon Kapellari als Bischof von Graz.(c) Katholische Kirche Steiermark
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Wilhelm Krautwaschl leitete bisher das bischöfliche Seminar und wird Nachfolger von Egon Kapellari. Der Papst ernannte auch einen neuen Militärbischof.

Der 52jährige Wilhelm Krautwaschl wird Grazer Bischof, der 62jährige derzeitige Heeres-Bischofsvikar Werner Freistetter wird Militärbischof. Der Vatikan muss die Bundesregierung - wie im Konkordat vereinbart - vorab über Bischofsbestellungen informieren. Am Dienstag hat  der Ministerrat die Entscheidungen des Papstes durchgewunken – also keinen Einspruch allgemeinpolitischer Art erhoben, wie er laut Konkordat möglich wäre. Zugleich gab es durchwegs positive Reaktionen auf die Entscheidung: Der steirische LH Franz Voves (SPÖ) gefiel besonders, dass die Wahl auf einen Steirer gefallen war. Sein Vize Hermann Schützenhöfer (ÖVP) schätze den gebürtigen Gleisdorfer.

Mit Krautwaschl hat sich im jahrelangen Ringen um die Nachfolge von Bischof Egon Kapellari ein Außenseiter durchgesetzt. Der Regens des bischöflichen Seminars ist 52 Jahre alt, geboren in Gleisdorf, also Steirer. Krautwaschl hat diverse Stationen als Kaplan und Pfarrer hinter sich, von 2002 bis 2006 war er Dechant von Bruck/Mur. Im Anschluss übernahm er die Leitung des Bischöflichen Seminars.

Krautwaschl gehört der Fokulare-Erneuerungsbewegung an, die sich besonders um den Dialog der Religionen bemüht. Zuletzt hat er den Zölibat für Priester öffentlich verteidigt. Nun folgt Krautwaschl Egon Kapellari, der vor vier Jahren das 75. Lebensjahr vollendet und dem Kirchenrecht folgend den Papst um Rücktritt ersucht hat.

Kapellari-Nachfolge dauerte lange

Als eigentlicher Favorit für das Amt hatte der sogenannte Künstlerpfarrer Hermann Glettler gegolten. Im dem dem Vatikan zugeleiteten Dreiervorschlag stand auch noch Franz Xaver Brandmayr, Leiter der Römer Anima, eines Priesterkollegs mit langer Tradition, wie die "Presse" berichtete

Die Nachfolge-Suche für Kapellari hat ungewöhnlich lang gedauert. Kapellari war vom Vatikan im Jänner 2011 trotz Rücktrittsgesuchs um zwei Jahre im Amt verlängert worden. Nachdem Rom Kapellari auch danach nicht von der Aufgabe entband, trat dieser Ende Jänner dieses Jahres - mittlerweile 79-jährig - zurück. Seither leitete die Diözese Generalvikar Heinrich Schnuderl.

Neuer Militärbischof

Neben der Entscheidung in Graz hat der Vatikan auch einen neuen Militärbischof ernannt. Die Wahl fiel auf Werner Freistetter. Der 1953 in Linz geborene Sohn eines Offiziers war als Militärseelsorger am Golan und in Bosnien im Einsatz und übt derzeit die Funktion eines Bischofsvikars aus und hat die Militärdiözese seit dem gesundheitlichen Rückzug seines Vorgängers praktisch bereits im Alleingang geführt. Vorgänger Christian Werner hatte schon im Oktober 2013  seinen Rücktritt im Vatikan eingereicht. Auch Freistetter hat der Ministerrat am Dienstag zugestimmt. Der Oberösterreicher ist damit für rund 90.000 Katholiken im Umfeld des österreichischen Bundesheers verantwortlich.

(APA/dn)