Linke Staaten in Lateinamerika beschließen Währungsunion

Manuel Zelaya, Raul Castro, Hugo Chavez, Fernando Lugo
(c) AP (Fernando Vergara)

Die Union gilt zwischen Venezuela, Kuba, Honduras, Nicaragua und Bolivien. Sie soll Sucre heißen und ist nach einem Freiheitskämpfer benannt.

Mit einem Abkommen über eine gemeinsame Währung für den Handelsaustausch haben Venezuelas Staatschef Hugo Chavez und andere linksgerichtete Regierungen in Lateinamerika ein Signal der Geschlossenheit ausgesendet. Venezuela, Kuba, Honduras, Nicaragua und Bolivien unterzeichneten am Donnerstag (Ortszeit) ein Abkommen zur Einführung der Gemeinschaftswährung "Sucre" im kommenden Jahr, wie Chavez in Cumana mitteilte. Es handelt sich um eine virtuelle Währung, in der der Handelsverkehr der beteiligten Länder abgerechnet werden soll.

Benannt ist die Währung nach dem südamerikanischen Freiheitskämpfer Antonio Jose Sucre, der Ende des 18. Jahrhunderts im venezolanischen Cumana geboren worden war. In Cumana trafen Donnerstag und Freitag Vertreter der Staaten der Bolivarischen Alternative für unser Amerika (ALBA) zusammen, die Venezuela und Kuba 2004 als Gegenprojekt zu einer von den USA geplanten amerikaweiten Freihandelszone gegründet hatten.

Druck auf USA

Der ALBA gehören Venezuela, Kuba, Nicaragua, Bolivien, Honduras und die Inselrepublik Dominica sowie St. Vincent und die Grenadinen an. Sie wurde 2004 von Venezuela und Kuba gegen die von den USA favorisierte Idee einer gesamtamerikanischen Freihandelszone (ALCA) ins Leben gerufen. Das Abkommen über den Sucre wurden von allen ALBA-Staaten außer der Dominikanischen Republik und St. Vincent und die Grenadinen unterzeichnet. Zudem trat Ecuador dem Abkommen für die Gemeinschaftswährung bei.

Mit ihrem Abkommen erhöhen die linksgerichteten lateinamerikanischen Staaten den Druck auf die USA, deren Projekt für eine amerikanische Freihandelszone derzeit in einer Sackgasse steckt. Von ihrem Treffen in Venezuela wollten Chavez und andere Teilnehmer gemeinsam zum Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Trinidad und Tobago reisen, an der auch US-Präsident Barack Obama teilnimmt. Kubas Staatschef Raul Castro nimmt daran nicht teil. Die OAS hatte Kuba auf Druck der USA im Jänner 1962 ausgeschlossen.

Kuba um Wiederannäherung bemüht

Kuba bemüht sich derzeit allerdings um eine Wiederannäherung an die lateinamerikanischen Staaten. Abgesehen von dem guten Verhältnis zu Venezuela wurde Kuba im vergangenen Dezember in die sogenannte Rio-Gruppe aufgenommen, ein Forum für politische Beratungen, dem ausschließlich lateinamerikanische Staaten angehören. Auch in das Verhältnis zu den USA kommt Bewegung: Obama hob am Montag eine Reihe von Beschränkungen für Kontakte nach Kuba auf, Raul Castro unterstrich in Cumana seine Gesprächsbereitschaft mit den USA.

(APA)

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