Immofinanz senkt Kontrollschwelle auf 15 Prozent

PK IMMOFINANZ: ZEHETNER
PK IMMOFINANZ: ZEHETNERAPA/ROLAND SCHLAGER
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Dadurch sollen feindliche Einstiege erschwert bzw. die Dominanz durch relativ kleine stimmberechtigte Aktienpakete in Hauptversammlungen verhindert werden.

Mit einer deutlichen Mehrheit von 71,88 Prozent haben die Immofinanz-Aktionäre am Freitag auf der außerordentlichen Hauptversammlung der vom Management beantragten Senkung der Übernahme-Kontrollschwelle von 30 auf 15 Prozent zugestimmt.

Künftig muss schon bei Überschreiten dieser niedrigen Schwelle allen Aktionären ein verpflichtendes Übernahmeoffert gelegt werden. Dadurch sollen feindliche Einstiege erschwert bzw. die Dominanz durch relativ kleine stimmberechtigte Aktienpakete in Hauptversammlungen verhindert werden. Zumindest sollte in einem solchen Kontrollfall den Aktionären eine Prämie angeboten werden - Immofinanz-CEO Eduard Zehetner sagte, typischerweise seien dies 15 bis 20 Prozent auf aktuelle Aktienkurse.

Zehentner verteidigt Maßnahme

Zehetner schließt weitere Versuche aus, den noch von ihm geleiteten Konzern zu übernehmen und hat beim Sonderaktionärstreffen die geplanten Maßnahmen zur Abwehr eines Takeovers verteidigt. Jetzt sei zwar der Versuch von CA Immo und O1 gescheitert, "es ist aber nicht auszuschließen, dass es weiter versucht wird", meinte Zehetner. Demnächst werde die Immofinanz über eine Milliarde Euro freies Kapital verfügen, "das weckt natürlich Begehrlichkeiten" - speziell wenn etwa durch die Ukraine-Russland-Krise der Aktienkurs sinke.

Präsent waren bei der Abstimmung 3.615 stimmberechtigte Aktionäre bzw. deren Vertreter. Abgegeben wurden 389,507.108 gültige Stimmen, wobei jede Aktie zu einer Stimme berechtigt. Die gültigen Stimmen entsprechen 36,29 Prozent des Grundkapitals. 28,12 Prozent der Stimmen lauteten auf Nein.

Kritik von CA Immo und O1

Vertreter von CA Immo und ihrem Sperrminoritätsaktionär O1 hatten in der Hauptversammlung Kritik an den vom Management geplanten Satzungsänderungen geübt, die sie als "schädlich" und teils auch faktisch irreversibel bezeichneten. Werde die Kontrollschwelle gesenkt, könne das künftig nicht mehr durch eine einfache HV-Mehrheit wieder rückgängig gemacht werden, sondern nur durch Einzelzustimmung aller Aktionäre. Auch vielleicht gewünschte Verschmelzungen, Spaltungen oder Ähnliches könnten dadurch verunmöglicht werden, so der CA-Immo-Vertreter.

Ein O1-Vertreter schloss sich den CA-Immo-Ausführungen "vollinhaltlich an" und kritisierte ebenfalls die als "streubesitzfeindlich" qualifizierten geplanten Satzungsänderungen.

(APA)

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