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Doping: Wer benutzte beschlagnahmte Blut-Zentrifuge?

BESCHLAGNAHMTE BLUTZENTRIFUGE
(c) APA (Roland Schlager)
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Das Bundes-Kriminalamt hält sich bedeckt, was die Ermittlungen zu der in Stefan Matschiners Wohnung gefundenen Zentrifuge betrifft. Jetzt weiß man aber, wie viele Behandlungen damit gemacht wurden.

Das Bundeskriminalamt (BK), das die in der Budapester Wohnung des Sportmanagers Stefan Matschiner sichergestellte Blutzentrifuge auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren untersuchen lässt, hält sich bedeckt, was den Ermittlungsstand betrifft. Wann mit veröffentlichbaren Ergebnissen zu rechnen sein wird, kann BK-Sprecher Gerald Tatzgern noch nicht beurteilen: "Es ist ja nicht so, dass wir die Sportler zu Mundhöhlenabstrichen antreten lassen können."

Seit Donnerstag hört man aus Insiderkreisen - die Salzburger Nachrichten schrieben darüber in der Freitagausgabe - dass 31 Behandlungen auf der "ACP 215" der Firma "Haemonetics" nachweisbar seien. Dazu sagte Tatzgern: "Das kann ich so nicht bestätigen. Man kann aufgrund des technischen Geräts, aufgrund des Computerbestandteils aber feststellen, wie viele es waren. Das ist wie mit den Waschgängen einer Waschmaschine, oder den Tassen einer Espressomaschine. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass es weit mehr als diese Zahl 31 ist."

Namen habe man durch die Blutzentrifuge freilich keine, was man habe, seien die Aussagen von Matschiner über andere Personen, die sich möglicherweise strafbar gemacht haben. "Wir wissen aufgrund der Seriennummer, wie alt sie ist und wann sie verkauft wurde. Sie wurde vor dem August 2008 angekauft", sagte Tatzgern über die Blutzentrifuge. Weiters erläuterte er: "Wir wissen, so viele Male ist sie verwendet worden. Wie oft legal und wie oft illegal, das ist bei weitem noch nicht festgeschrieben."

Bereits am 7. April hatte das BK bekanntgegeben, dass die Zentrifuge nicht - wie öfters kolportiert - vom Wiener Plasma-Spendezentrum "Humanplasma" angekauft worden ist. "Das ist auszuschließen", hatte Tatzgern betont. Matschiner steht unter dem Verdacht des seit August 2008 strafbaren Blutdopings und der Weitergabe illegaler Doping-Präparate, seine U-Haft ist am Donnerstag um weitere vier Wochen verlängert worden.

(APA)