Fall Demjanjuk: US-Regierung will Auslieferung forcieren

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Die Regierung habe die Verzögerungstaktik satt, erklärt die US-General-Staatsanwaltschaft. John Demjanjuk wird Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden während der NS-Zeit vorgeworfen. Seine Auslieferung ist einstweilen gestoppt.

Das US-Justizministerium will die Abschiebung des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk beschleunigen. Die Regierung habe die Verzögerungstaktik satt, erklärte die stellvertretende US-Generalstaatsanwältin Michelle Heyer am Donnerstag. Mit einem Schreiben informiert sie das Sechste US-Bezirksgericht, dass die Regierung gegen den Aufschub der Abschiebung des 89-Jährigen vom Dienstag Widerspruch einlegen werde.

Demjanjuk befindet sich derzeit wieder in seinem Haus in einem Vorort von Cleveland. Der mutmaßliche frühere KZ-Aufseher soll in München wegen Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen vor Gericht gestellt werden. Am vergangenen Dienstag wurde Demjanjuk bereits im Rollstuhl aus seinem Haus im Staat Ohio zum Flugzeug gebracht, doch dann verhinderte das Berufungsgericht in Cincinnati die Abschiebung praktisch in letzter Minute.

(Ag.)

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