Hypo-Prüfung: FMA und Prüfstelle widersprechen sich

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Finanzmarktaufsicht (c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Finanzmarktaufsicht sei nicht informiert worden. Stimmt nicht, sagt die Prüfstelle für Rechnungslegung.

Wien. Die Prüfstelle für Rechnungslegung (vulgo Bilanzpolizei) hat die Hypo-Bilanz 2013 und die Halbjahresbilanz 2014 geprüft. Dabei fand sie wesentliche Fehler. Dem Vernehmen nach soll im Halbjahr 2014 etwa 1,16 Milliarden zu viel an Rückstellungen ausgewiesen worden sein.

Anlässlich dieser Sonderprüfung zeigt sich neuerlich, wie verfahren die Situation zwischen der Prüfstelle für Rechnungslegung und der Finanzmarktaufsicht (FMA) ist. Bei dem schon lang andauernden Konflikt zwischen den beiden geht es darum, welche Kompetenzen der Prüfstelle und welche der FMA im Zuge des bilanzpolizeilichen Verfahrens zukommen sollen. Die Auffassungen darüber divergieren deutlich („Die Presse“ berichtete).

Nachdem die Prüfstelle die FMA von der geplanten Hypo-Prüfung im Sommer 2014 informiert hat, wollte die Behörde wissen, weshalb die Prüfstelle tätig werde. Laut FMA habe sich die Prüfstelle geweigert, über den Anlass Auskunft zu geben. Bei der Prüfstelle widerspricht man dieser Behauptung mit Vehemenz: „Die Aussage, dass die Prüfstelle sich geweigert hat, den konkreten Anlass bekannt zu geben, ist nicht nachvollziehbar“, sagt Generalsekretär Bernhard Hanreich am Mittwoch gegenüber der APA. Die Prüfstelle sei ihrer gesetzlichen Verpflichtung sehr wohl nachgekommen und habe der FMA das zu prüfende Unternehmen und gleichzeitig auch die Gründe für die Anlassprüfung bekannt gegeben.

Die Heta hat den Prüfbericht bereits und muss bis übermorgen bekannt geben, ob sie die gefundenen Fehler auch akzeptieren wird. (red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2015)

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