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ÖVAG verabschiedet sich mit 888 Millionen Euro Verlust

THEMENBILD: VOLKSBANKEN AG
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Das teilstaatliche Volksbanken-Spitzeninstitut wird mittels der Bad Bank "Immigon" abgewickelt. Doch bevor es soweit ist, muss der Steuerzahler wieder einmal Geld in den Wind schreiben.

Ihr letztes Bilanzjahr in der bisherigen Form hat die teilstaatliche Volksbanken AG (ÖVAG) mit einem Jahresverlust von 887,9 Millionen Euro beendet. Im Jahr davor waren im Einzelabschluss 223 Millionen Euro Verlust gestanden. Wegen der bevorstehenden Abwicklung mussten drastische Abwertungen vorgenommen werden.

Zählt man noch einen Verlustvortrag aus Vorjahren dazu, summiert sich der Bilanzverlust der ÖVAG im Einzelabschluss 2014 auf 1,29 Milliarden Euro. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, der am Freitag auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wurde.

Im Konzernabschluss bleib der Verlust unter der Marke von einer halben Milliarde, bei 499,6 Millionen Euro.

Die Abspaltung der ÖVAG-Spitzeninstitutsteile auf die Volksbank Wien-Baden - womit die ÖVAG auch aus dem Volksbankenverbund ausscheidet und ihre Konzession zurücklegt - erfolgt am 4. Juli. Das teilte die Bank am Freitag weiter mit.

Die alte ÖVAG ist ab Sommer eine Bad Bank. Sie heißt "Immigon Portfolioabbau AG".

Staat verliert schon wieder Geld

Der Bund ist an der jetzigen ÖVAG mit 43 Prozent beteiligt. Im Vorfeld der Abwicklung muss der Staat - also der Steuerzahler - jedenfalls wieder Geld in den Wind schreiben. Zur Verlustabdeckung ist eine Kapitalherabsetzung vorgesehen. Die wird nach ÖVAG-Angaben in einer Hauptversammlung am 28. Mai beschlossen und 96,65 Prozent des Kapitals (Aktien, Partizipationskapital) betreffen. Damit soll der aufgelaufene Verlust beseitigt werden.

Von dem Kapitalschnitt sind nicht nur die mehrheitlich beteiligten regionalen Volksbanken betroffen. Auch das Geld des Bundes wird "geschnitten". Der Bund ist in der ÖVAG mit 250 Millionen Aktienkapital investiert, und zwar seit der Teilverstaatlichung 2012. Damals gab es auch bereits einen ersten Kapitalschnitt, mit dem 700 Millionen Euro an staatlichem PS-Kapital verlorengegangen sind. Der nach dem ersten Kapitalschnitt von 2012 verbliebene Rest an staatlichem Partizipationskapital (300 Millionen Euro) ist von dem Kapitalschnitt jetzt im Mai 2015 betroffen.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat zuletzt mehrfach deponiert, dass er jedenfalls die aushaftenden 300 Millionen von der ÖVAG bzw. vom Volksbankensektor zurück haben will. Wie am Freitag gegenüber der APA verlautete, ist - ungeachtet des jetzigen Kapitalschnitts - die Art der Rückführung einer solchen Summe noch Gegenstand von Verhandlungen. Es wird dazu eine Sondervereinbarung erwartet. Dem Haircut unterworfen ist das Partizipationskapital jedenfalls.