Tschernobyl-Schutzhülle für zwei Milliarden Euro

Ein neuer, 100 Meter hoher Sarkophag soll die brüchige Schutzhülle des Katastrophen-Reaktors in Tschernobyl schützen. Noch fehlen für den Bau 600 Millionen Euro.

Kiew.  Den Bau einer neuen Schutzhülle für das 1986 explodierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine unterstützt die EU mit weiteren 70 Millionen Euro. Die Europäische Union wolle beitragen, die Finanzlücke bei dem wichtigen Projekt zu schließen, sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker beim EU-Ukraine-Gipfel am Montag in Kiew.

Bisher haben die EU und 42 Länder für die im Bau befindliche Hülle insgesamt 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Die Kosten für den "Sarkophag" werden aber auf 2,15 Milliarden Euro geschätzt.

Um die Lücke von 615 Millionen Euro zu schließen, ist unter Vorsitz Deutschlands am Mittwoch (29. April) bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in London eine Geberkonferenz geplant. Der neue 100 Meter hohe Sarkophag soll die brüchige Schutzhülle aus Beton ersetzen, die vor 29 Jahren über den Trümmern errichtet worden war. Bis November 2017 soll das Projekt fertig sein.

Am 26. April 1986 war der vierte Reaktor des nordukrainischen AKWs explodiert. Der Super-Gau war erst nach Tagen unter Kontrolle. 29 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl steht die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik Ukraine in einem schwelenden Bürgerkrieg mit Separatisten im Osten und ist auf Finanzhilfen angewiesen.

"Wir hoffen, das wir gemeinsam mit den Geberländern eine zuverlässige und ungefährliche Abdeckung über den zerstörten Reaktorblock errichten, damit die Ukraine und andere Völker von einer Wiederholung der Tragödie von 1986 geschützt werden", sagte der ukrainische Präsident Pedro Poroschenko.

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