Die CA Immo wird nach dem Scheitern ihres Angebots für den Erwerb von 15 Prozent der ebenfalls börsennotierten Immofinanz kein verbessertes Angebot an die Immofinanz-Aktionäre richten - das sagte CA-Immo-Vorstandschef Bruno Ettenauer am Dienstagabend bei der Hauptversammlung der CA Immo.
"Disziplin geht über Fantasie", so Ettenauer. Man sei mit dem Ergebnis des Angebots "mäßig zufrieden", habe aber immerhin einen Buchgewinn erzielt. Die CA Immo besitzt laut Finanzvorstand Florian Nowotny derzeit 48.765.183 Aktien der Immofinanz. Gekauft habe man zu einem Durchschnittskurs unter 2,50 Euro, begonnen habe man damit ab der Gewinnwarnung der Immofinanz Mitte Dezember des Vorjahres.
Man evaluiere nun alle Möglichkeiten, was mit dem Immofinanz-Paket geschehen solle, sagte Ettenauer, "vom Verkauf bis zum weiteren Zukauf". Man werde aber "weiter Disziplin halten und uns nicht auf eine Preisdiskussion einlassen".
Mit ihrem ursprünglichen Angebot von 2,80 Euro pro Aktie war die CA Immo Mitte April bei den Immofinanz-Aktionären abgeblitzt.
CA Immo erweitert Aufsichtsrat von 6 auf 8 Mitglieder
Die Aktionäre des Immobilienentwicklers CA Immo haben am Dienstag Abend bei ihrer 28. ordentlichen Hauptversammlung die Erweiterung des Aufsichtsrates von sechs auf acht Mitglieder beschlossen. Neu in den Aufsichtsrat einziehen werden Richard James Gregson und John Nacos, beide Manager des russischen CA-Immo-Kernaktionärs O1 Group des russischen Immo-Tycoons Boris Mints.
Darüber hinaus wurde bei der HV beschlossen, die Amtsperioden der Aufsichtsräte Barbara Knoflach, Franz Zwickl, Dmitry Mints und Michael Stanton bis zur ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2020 zu verlängern. Damit sind vier der künftig acht Mitglieder des Aufsichtsrates der O1 Group zuzurechnen - allerdings könne Gregson unabhängig agieren, auch wenn er von O1 komme, erklärte AR-Vorsitzender Wolfgang Ruttenstorfer. Bei Stimmengleichheit entscheidet der AR-Vorsitzende. Achtes Mitglied des Aufsichtsrates ist Maria Doralt.
Beschlossen wurde auch eine Satzungsänderung, wonach für Beschlüsse der Hauptversammlung künftig die im Gesetz vorgesehenen Mehrheiten nötig sind. Bisher reichten einfache Mehrheiten aus, sofern das Gesetz nicht zwingend andere Mehrheiten vorsah. Das bedeutet u.a., dass bei der CA Immo künftig für die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern statt einer einfachen Mehrheit 75 Prozent der Stimmen nötig sind. Der Kernaktionär O1 Group Ltd. kann daher mit seinen 26 Prozent die Abberufung von Aufsichtsräten blockieren.