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Ausgedünntes Rudel "Nachtwölfe" in Tschechien

imago/ITAR-TASS
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Die Kreml-nahe Gruppe von russischen Rockern könnte bei ihrer "Siegestour" auch in Wien vorbeikommen.

Einige der Kreml-nahen Rocker des russischen Motorradclubs "Nachtwölfe" sind auf ihrer "Siegestour" im Gedenken an den Sieg der Sowjetunion gegen das Deutsche Reich inzwischen in Tschechien unterwegs, wie die dortige Nachrichtenagentur CTK am Freitag berichtete. Dies aber in vernachlässigungswürdiger Zahl und auch mit Autos - nicht im Motorradkonvoi. Am Samstag könnten einige nach Wien kommen.

Sollten tatsächlich einige "Nachtwölfe" nach Österreich einreisen, will dies die heimische Polizei in erster Linie fremdenpolizeilich im Auge behalten, hieß es am Freitagnachmittag. Eine Kundgebung ist von den Bikern jedenfalls nicht angemeldet worden, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei.

Es müsse in der Relation betrachtet auch keine Anmeldung erfolgen, wenn nur einige Biker einen Kranz beim Heldendenkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz in der Wiener Innenstadt besuchen sollten oder einen Kranz niederlegen - und es keinen Kundgebungscharakter gebe.

Besuch von Sowjet-Denkmal

Gerüchten zufolge haben die "Nachtwölfe" in Wien für Samstag einen Besuch beim Sowjet-Siegesdenkmal vor. Wien soll Teil ihrer "Siegestour" sein. Und auch im Sozialen Netzwerk Facebook kann man auf einen Besuch schließen. Denn dort ist einerseits eine Veranstaltung "Nachtwölfe - Willkommen in Wien" zu finden, für die es immerhin 128 Zusagen gab - auch wenn das in solchen Netzwerken nicht viel heißen muss. Anderseits gibt es auch eine Facebook-Veranstaltung der politischen Gruppe "Occupy Austria", die kritisch zum Besuch steht - aber mit nicht einmal einer Handvoll Zusagen.

Aber auch die Biker aus Russland scheinen nur eine Handvoll zu sein, zumindest in Tschechien. Dem CTK-Bericht zufolge wurden nur insgesamt sechs Motorräder und einige Autos beobachtet, bei denen Lenker bzw. Insassen einschlägige Abzeichen trugen.

Die "Nachtwölfe" hatten aus Anlass des Sieges über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren angekündigt, den 6.000 Kilometer langen Weg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg von Moskau quer durch Ost- und Mitteleuropa - darunter eben auch Wien - nachzufahren. Am 9. Mai, dem Tag der Kapitulation Nazi-Deutschlands, soll die Tour in Berlin enden. Deutschland hatte allerdings angekündigt, die Einreise von führenden Mitgliedern der "Nachtwölfe" zu verweigern und ihre Visa zu annullieren. Auch Polen hatte, wie Litauen, die "Siegestour" anlässlich des 70. Jahrestages des Triumphs der Sowjetunion über den Faschismus als Provokation bezeichnet und ihnen die Einreise verweigert. Dies löste die Kritik Russlands aus.

(APA/dpa)