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Netanyahu: Israel wird weiteren Holocaust nicht zulassen

Israels Prime Minister Netanyahu attends Cabinet meeting in Jerusalems Prime Minister Netanyahu attends Cabinet meeting in Jerusalem
(c) REUTERS (Pool)
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Der neue israelische Premier reagiert auf die umstrittene Rede des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad mit einer indirekten Drohung.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Montag zu Beginn des Gedenkens an den Holocaust eine indirekte Drohung gegen den Iran ausgesprochen. Israel werde "Holocaust-Leugnern nicht erlauben, einen weiteren Holocaust gegen das jüdische Volk zu verüben", sagte er bei der Eröffnungszeremonie in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem. Zuvor hatte er in der Kontroverse um den iranischen Auftritt bei der Genfer Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad als Holocaust-Leugner bezeichnet.

Ahmadinejad hatte in seiner Rede Israel als das "grausamste und rassistischste Regime" bezeichnet. Israel sei unter dem "Vorwand jüdischen Leidens" im Zweiten Weltkrieg gegründet worden. Ahmadinejad wolle ein weiteres Massaker an Juden verüben, sagte Netanyahu.

Israel gedenkt am Montag und Dienstag der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die deutsche Nazidiktatur. Die Feierlichkeiten begannen am Abend nach jüdischer Tradition mit Sonnenuntergang. Am Dienstagmorgen heulen im ganzen Land für zwei Minuten die Sirenen. Der Gedenktag wird nach dem jüdischen Kalender begangen, deswegen ergeben sich jedes Jahr Verschiebungen. Im vergangenen Jahr fiel er auf den 2. Mai, im kommenden Jahr fällt er auf den 11. April.

Staatspräsident Shimon Peres warf seinerseits Ahmadinejad vor, den Holocaust zu leugnen und zur Beseitigung Israels aufzurufen. Peres bezeichnete den Staat Israel als "historischen Sieg über die Nazi-Bestie". "Der Nazismus ist besiegt worden, aber der Antisemitismus hat überlebt. Das Gas (der Gaskammern) hat sich verflüchtigt, aber das Gift ist geblieben", sagte Peres. Noch heute gebe es Holocaust-Leugner und hitzköpfige Skinheads. Nach den Worten von Peres ist die Kritik an Israel mit beängstigendem Antisemitismus gefärbt.

 

(APA)